freiVERS | Armela Madreiter

Sommerbeinkleidung

Strassenbahn.
Neben ihr ein blasser Manneskörper
teigmassig in knapper Sommerbekleidung,
Sommerbeinkleidung,

Die Sommerbeinkleidung ist voller Palmblätter,
die sich zu knapp und verrutscht um das Päckchen
Geschlecht,
um das Päckchen Mannesgeschlecht ranken.

Die Oberschenkel keck breit aufgespreizt,
damit das Päckchen Geschlecht gemächlich gemächtig
abgelegt werden kann am Straßenbahnsitz ,
damit die engbepalmten Teigmassehoden,
damit auch diese wie der restliche westliche Manneskörper
ihre gemütliche Auflagefläche am Sitz finden.

Daneben sie,
ein begehrter fremder Frauenkörper,
sitzt Bein an Bein gepresst,
einen Becher Morgenkaffee in der Hand,
sitzt eng an sich selbst und an den Rand gepresst,
sitzt klein im Kleid,
sitzt ohne Platz auf ihrem Sitzplatz gepresst,
damit sich keine zufällige Berührung mit der Masse Mann
ergeben kann,
damit die massige Manneshand,
die gewohnt ist zu nehmen und schwere Lasten zu tragen,
nicht zufällig etwas nimmt, nicht seine Hand zufällig wie eine kühle Sommerbrise
zufällig auf ihre Schenkel nicht fallen lassen kann.

Aber es hilft nichts:
Die unvermeidbare Manneshand ist schon gelandet,
gehandet auf dem Schenkel
unverhofft kommt oft und er zwinkert
diese Masse Mann muss man mögen, denkt er sich vielleicht
und greift mit der zweiten Hand unvermeidbar an das engbepalmte, eingesackte, angelegte Geschlecht –

Ihr wird schlecht.
Sie zuckt zufälllig und zufällig fällt der Becher,
der Becher mit dem guten, frischen, heißen Morgenkaffe
fällt ihm zu,
direkt aus der Frauenhand auf das abgelegte Päckchen Geschlecht.

Der Mann schreit, schreit weit in die Strassenbahn hinein, weil er ist das Opfer der zufälligen Kaffeverschüttung der Sitznachbarin
Oh weh oh ach.
„Es ist schlecht fürs Geschlecht die Sommerhitze, ist gefährlich, zu viel Hitze sollten niemals nicht auf die zarten Hoden einwirken.
Es tut mir Leid
um den Kaffee.“
Und sie steigt aus dem Mannesgeschrei hervor aus der Strassenbahn hinaus siegreich in den Sommertag hinein.

 

Armela Madreiter

 

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freiTEXT | Tessa Schwartz

Flocken

Rosalía setzt einen Fuß auf den Boden, sacht. Die winzigen Steinchen auf dem Zement erst wie Flocken an ihrer bloßen Sohle, dann körnig. Als der Fußboden Form unter ihrem Fuß annimmt, als die Kühle des Zements sich von der Zehenspitze zur Ferse hin ausbreitet, fest, hält sie in der Bewegung inne. Schon entfernt sich die Sohle wieder vom festen Grund, wird emporgehoben in eine Luft, die sich nach nichts anfühlt. Der Schaukelstuhl wippt zurück. Er hält Rosalías Füße in ständiger Bewegung, ruhelos, nur ihr Kopf bleibt still im Raum stehen. Ihr Blick fixiert die Wand. Inmitten des Gewirrs abblätternder Farbschuppen, neben dem Gemälde, das einzige Bild in der Wohnung, Benno hatte es vor Jahren einem Straßenkünstler abgekauft, auf halber Höhe ein schwarzer Punkt. Ein Loch im Putz oder ein Insekt. Rosalías Blick starr. Falls es ein Insekt ist und sich entschließt, seine sechs dürren Beinchen in einem fein aufeinander abgestimmten, nie durcheinander geratenden Rhythmus zu heben, vorwärts zu bewegen, wieder zu senken, dabei den plumpen Körper mit sich zu ziehen, falls sich der schwarze Punkt bewegt, wird Rosalía es sehen. Ihre Augen sind scharf. Benno hatte ihr stets Komplimente für ihre Augen gemacht, davon gesprochen, wie tief sie ihn mit sich hinab zögen, wie hoch mit sich hinauf, und sie hatte erwidert, dass er sich vorsehen solle vor ihren Augen, denn nichts, was er tue, würde ihnen entgehen, woraufhin er bekräftigte, dass er ihre Augen liebe und er niemals etwas tun würde, sie zu trüben, und ja, er sei froh, dass sie scharf seien, denn dann würden sie sehen, dass er ein guter Ehemann sei. Und setzte eine Miene auf, die Unschuld und Verschmitztheit auf eine Art miteinander verschmolz, wie nur Benno es vermocht hatte, und dann lachten sie beide, sie mit rauchiger, er mit kichernder Stimme, und auch sein Kichern hatte sie geliebt.

Ihre scharfen Augen sind der Grund, warum Rosalía nicht so leben könnte wie ihre Nachbarin Lucía. Lucía ist übrig geblieben wie Rosalía, die Kinder in der Stadt, und hätte eines von ihnen angeboten, zu Rosalía zurückzukehren, jetzt, hätte sie sich gefreut und ihm dann die Tür vor der Nase zugeschlagen. Lucías Tür steht immer offen, um einen verirrten Windhauch anzulocken, ihn dazu zu bringen, von der Tür durch die Küche durch das Schlafzimmer zum geöffneten Fenster hinaus zu wehen und dabei ein wenig von dem Flimmern der Hitze mit sich zu nehmen, von der Hitze und von den Staubkörnchen, die auf den Sonnenbalken tanzen, welche das rissige, schräg gestellte Holz der Fensterläden in die Wohnung lässt. Auch Rosalías Wohnungstür steht tagsüber offen, so dass sie, wenn sie sich im Schaukelstuhl weit nach vorn und zur Seite beugen würde, direkt in Lucías Küche blicken könnte. Lucía hat überall Fotos aufgestellt, Fotos von Manuel mit Lucía, Manuel allein, Manuel, als er jünger war, Manuel, wie er zuletzt ausgesehen hatte. Rosalía könnte das ihren Augen nicht antun.

Die trockene Luft riecht nach nichts. Sie bietet keinen Widerstand für Fußsohlen, keinen Reiz für die Nase. Nur den Augen gibt sie etwas. Tanzenden Staub und Hitzeflimmern. Ein Flimmern, das die Welt in Bewegung versetzt, als könnte es etwas aus dem Nichts der Luft hervorbringen. Da taucht Benno im Türrahmen des Schlafzimmers auf. Er betritt den Zementboden der Küche, seine Füße sind bloß, er muss in diesem Augenblick dasselbe sich von den Zehen zur Ferse hin ausbreitende Gefühl an den Sohlen haben wie Rosalía, im nächsten Moment schon hebt er den Fuß wieder an, macht einen Schritt, noch einen, ist am Küchentisch jetzt, dreht an den Knöpfen des Transistorradios, dreht, bis die vertrauten Töne von Gitarre, Trompete und Laute die Küche erfüllen, wendet sich zu Rosalía um, blickt sie an mit dieser Miene aus Unschuld und Verschmitztheit, die nur er aufzusetzen vermag, dann tritt er an den Schaukelstuhl heran, sie ergreift seine ausgestreckten Hände, und schon schwingt er sie durch die Küche, als wären sie jung, ihre Füße wirbeln über den Zementboden, so leicht, dass sie ihn kaum berühren, nur Flocken an den Sohlen, nichts Festes, sie drehen sich, bis sich das Radio, der Tisch, die Spüle um sie herum drehen, bis alles sich dreht, und dann sinkt Rosalía in den Schaukelstuhl zurück. Die Luft flimmert nicht mehr. Die Küche ist leer. Wenn Rosalía lang genug auf einen schwarzen Punkt starrt, fängt er irgendwann an, sich zu bewegen.

 

Tessa Schwartz

 

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freiVERS | Larissa Böttcher

Druckstellen

Es ist aus zwischen Inhalt und Tiefe
auch die verträglichen Sieger
werben für die Kriege der Wachmacher
wie zeitlos überzeugte Minuten ohne Krone
und unterwegs hilft nur der süße Sand
denn im Handumdrehen packt einen die innere Legende
und dieser spektakuläre Abstand zwischen einfach und gut
erwärmt das Gedächtnis ohne Merkzettel
wie ein eingespieltes Schlafproblem
das Spiegel und Bild konfirmiert

 

Larissa Böttcher

 

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freiTEXT | Franziska Wotzinger

derAndere

Gestern hab ich ihn gesehen, diesen Anderen. Er stand in einer Gruppe, mit ganz vielen. Viele Andere, hab ich noch gedacht. Was die wohl sagen, hab ich noch gedacht. Diese Anderen. Wie Zaunlatten standen sie da und zwischen den großen, runden Kaubewegungen meines Kiefers, pfiff ich leise Luft durch diese Latten. Als einer leicht zu schwanken begann und die anderen Anderen misstrauisch zu mir hinübersahen, hörte ich auf. Ich weiß noch ich habe mir gedacht, diese Anderen sind doch nicht so stabil, wie man gemeinhin denkt. So habe ich gedacht und meinen Apfel gegessen.

 

Franziska Wotzinger

 

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freiVERS | Florian Kranz

spekulationsblase

am anfang warst da du, und
ich war wohl auch irgendwo.

unsere gemeinsamen pläne waren bald schon zerplatzt wie
zu große seifenblasen, die durch die gegend wabern als
schwabblige, triefende luft und
derer es dieser tage ohnehin zu viele gibt.

wenn du unten lagst, half ich dir auf, was trotz einiger
anstrengung auf dem glitschigen
boden nicht immer so ganz gelang und man
muss ja auch aufpassen: ich hätte mich fast verhoben.

dann habe ich die fischstäbchen in den kühlschrank gelegt,
die ringelblumen noch einmal gegossen,
meine schuhe angezogen,
den seifenblasenring fachgerecht entsorgt und dann

warst da du. doch wo war
ich?

 

Florian Kranz

 

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freiTEXT | Anja Christ

Flughafen CDG

Ich stehe im Ankunftsbereich von Gate 2F. Ich habe noch nie jemanden vom Flughafen abgeholt. Mir kommen Filmszenen in den Sinn. Love actually. Ja, das war’s eigentlich, mir kommen nur Szenen aus diesem Film in den Sinn. Hat das automatisch eine romantische Konnotation, jemanden vom Flughafen abzuholen, am Gate auf ihn zu warten? Vielleicht hätte ich dann Blumen mitbringen sollen. Besser Kaffee. Mit zwei Papp-to go-Bechern in der Hand warten, das hat Filmcharakter. So ein Quatsch, ich will ja gerade vermeiden, dass es romantisch wirkt. Und ich bin gegen Einwegbecher. Also stecke ich die Hände in die Manteltasche und warte. Er schrieb, er stehe gerade bei der Sicherheitskontrolle an und dann müsse er noch auf sein Gepäck warten. Mich wundert die Sicherheitskontrolle, schließlich ist das ein innereuropäischer Flug. Ich denke an das Wort „Schengen“ und daran, dass ich seinen Klang lustig finde.

Hier sind viele Leute, die warten. Sie haben diese typischen Schilder dabei, wo ein Name oder eine Institution drauf steht, Abholserviceschilder. Sowas hätte ich basteln und mitbringen können. Natürlich nur aus Spaß, denn wir kennen uns und werden uns wiedererkennen, selbst wenn unser letztes Treffen schon etwa drei Jahre her ist. Ich bemerke, dass Papierschilder out sind. Die Meisten haben ein Tablet dabei und halten das hoch. Zuerst lache ich darüber und finde das ein bisschen bescheuert. Andererseits spart man so das Papier, das man für den nächsten to go-Becher aus Pappe verwenden kann. Hat also durchaus auch seine Vorteile.

Es macht ziemlichen Spaß, am Gate zu stehen, dort ankommende und wartende Menschen zu beobachten. Vielleicht komme ich nächste Woche mit einem Schild wieder (aber eins aus Papier) und da schreibe ich irgendeinen Namen drauf und stelle mich ans Ankunftsgate und warte. Und ich würde den ganzen Tag warten und niemand käme, aber ich hätte eine wunderbare Rechtfertigung, wieso ich da stehe: Ich warte auf die Person auf dem Schild, aber sie ist noch nicht angekommen. Ein anderer Wartender würde mich ansprechen: „Sie warten auch schon ganz schön lange, hat der Flug Verspätung?“ „Ich fürchte, ja.“ Und wir würden ein paar Minuten plaudern, solange bis seine Person ankommen und er mit ihr gehen würde. Irgendwann am späten Abend würde ich resigniert mein Schild einpacken und mich auf den Nachhauseweg machen. Der Flughafenangestellte (ich wüsste nicht genau, was sein Job ist, deshalb wäre er einfach „der Flughafenangestellte“) würde mich fragen: „Niemand gekommen?“ Und ich würde antworten: „Nein, ich fürchte ich wurde versetzt.“

Ich finde, man kann zwei Typen von Ankommenden unterscheiden: einerseits die Träumer, andererseits die Realisten. Die Träumer kommen durch die sich automatisch öffnenden Türen und schauen sich um, nehmen aber die Wartenden gar nicht richtig wahr, außer sie wissen, sie werden abgeholt. Ansonsten sehen sie leicht verpeilt aus, verschlafen, verstrubbelt, etwas neben sich stehend (das sind vielleicht die von den Langstreckenflügen mit Zeitverschiebung) und nun gucken sie in die Flughafenhalle, stolpern durchs Gate in sie hinein, sind aber im Kopf noch nicht ganz da. Die Realisten andererseits, die sind sich sehr bewusst, wo sie sind. Sie blicken die Wartenden entweder direkt an, oder sie schauen mit Absicht nicht hin, weil sie sich angestarrt fühlen und ihnen das unangenehm ist. Genauso wenn der automatische Türöffnenmechanismus nicht richtig funktioniert und ihnen die Tür, kurz bevor sie hindurchgehen wollen, wieder vor der Nase zuklappt. Wenn die Tür dann doch wieder aufgeht, nachdem sie abrupt abgebremst haben, verdrehen sie genervt die Augen und gehen hindurch. Es ist ihnen peinlich, dass sie fast gegen die Tür gelaufen wären und die Wartenden das gesehen haben. Die Realisten schauen sich auch ein wenig um, aber viel flüchtiger, denn sie wollen möglichst schnell weg, um nicht weiter angestarrt zu werden. Zugegeben, diese Einteilung ist etwas grob, aber im Großen und Ganzen tragfähig. Sie trifft aber nur auf Alleinreisende zu, die von niemandem abgeholt werden.

Gerade kommt ein Pärchen an und die beiden tragen das gleiche Shirt, rot und dunkelblau gestreift. Ich hasse sowas. Aber eigentlich ist es mir egal, ich sage nur deshalb, dass ich das hasse, weil ich gelernt habe, dass das cool ist, Pärchen nicht ausstehen zu können. Ich frage mich, ob die beiden häufiger dasselbe Outfit tragen und ob sie noch mehr gleiche Sachen haben. Zahnbürsten in derselben Farbe zum Beispiel.

Ich stehe nun schon fünfzehn Minuten hier und ein gleichmäßiger Singsang hat sich in mein Hirn gegraben. Jetzt höre ich zum ersten Mal aufmerksam hin: „Taxi officiel sortie 11.“ (Ja, wir sind in Frankreich. Und obwohl ich es für prätentiös halte, Dinge in Texten unübersetzt zu lassen, nur um die Folklore nachzuzeichnen und am besten noch damit anzugeben, dass man diverse Fremdsprachen spricht, lasse ich das so stehen.) „Taksiofisiel sortiõz.“ Ich drehe den Kopf und sehe den Flughafenangestellten. Er hat eine kleine Weste an und verweist alle Neuankommenden auf den offiziellen Taxistand bei Ausgang elf. Wie lange am Stück muss er das machen? Muss man bei solch repetitiven Aufgaben häufiger Schichtwechsel machen, um nicht aggressiv zu werden? Ich lache über meine eigene plötzliche Idee: wie lustig wäre das, sich ebenfalls eine kleine offizielle Weste anzuziehen und sich direkt neben ihn zu stellen. Und immer wenn neue Reisende ankommen und er sagt: „Taksiofisiel sortiõz“, würde man direkt hinterher sagen: „Taksiofisiel sortinöf“. Taxi officiel sortie 9. Fraglich wäre, ob man zuerst von dem Angestellten aufs Maul kriegen, oder vom Sicherheitspersonal entfernt werden würde. Ich muss diese zwei Ideen kurz aufschreiben, bevor er ankommt: „Schild hochhalten“ und „Taxi-prank“.

Wie schnell bekommt man Hausverbot am Flughafen? Würde es jemandem auffallen, wenn ich von nun an mehrmals die Woche hier wäre und am Gate Menschen beobachten würde? Wäre das verdächtiges Verhalten und sie würden mich anhalten und verhören? Fällt so etwas zuerst dem Wachpersonal, das durch den Flughafen patrouilliert, auf, oder der Person, die regelmäßig die Überwachungsvideos checkt? Gibt es eine Person, die regelmäßig die Überwachungsvideos checkt? Ich habe wieder Filmszenen im Kopf. Dieses Mal aber keine bestimmten, sondern mehr so generell als Topos. Der Typ, der vor dem Computer sitzt, in einem Raum ohne Tageslicht. Das bläuliche Licht des Bildschirms spiegelt sich in seinen Brillengläsern, deshalb sieht man seine Augen nicht richtig und ich weiß nicht genau, welcher Film es ist.

Nun müsst er eigentlich jeden Augenblick durch die Türen kommen, die Anzeigetafel sagt, dass die Gepäckausgabe seines Fluges beendet ist. Jedes Mal, wenn die automatischen Türen aufgehen und jemand herauskommt, bin ich für eine Sekunde lang aufgeregt. Um das klar zu stellen: Ich habe wirklich keine romantischen Gefühle für ihn und das hier ist auch keine Geschichte darüber, wie ich mir meine romantischen Gefühle für ihn zuerst nicht eingestehen will, sie am Ende aber doch ganz deutlich sehe. Es ist tatsächlich die Flughafenatmosphäre, die für diese Aufregung sorgt. Vielleicht passiert das nicht, wenn man das dauernd macht. Der Mann im Anzug neben mir, der mit einer Hand sein Tablet hochhält, in der anderen sein Handy hat und mit dem Daumen durch seinen Facebook-Feed scrollt, sieht nicht besonders aufgeregt aus. Geht das auf Dauer nicht ins Handgelenk, wenn er das Tablet nur mit einer Hand hochhält? Vielleicht ist es ultraleicht.

Ein kleines Mädchen kommt mit ihrer Mutter durch die Türen, sieht ihren wartenden Vater und rennt auf ihn zu, ruft freudig „Papa!“ und springt ihm in die Arme. Hat sie das auch in Love actually gesehen, oder hat sie das bei ihren Eltern gesehen, die es in Love actually gesehen haben? Oder ist das eine zutiefst menschliche Verhaltensweise?

In einer Ecke steht ein knutschendes Paar. Er hat seine riesige Reisetasche zwei Meter neben sich abgeworfen. Glückselig unterbrechen sie ihre Küsse immer wieder für lange Umarmungen. Ich habe leider seine Ankunft verpasst und frage mich, ob sie sich zuerst geküsst, oder zuerst umarmt haben. Nun starre ich auf seine Reisetasche. Schon etwas riskant, die achtlos zwei Meter neben sich liegen zu lassen. Ich würde sie gerne näher an seine Füße heranschieben, aber das würde die beiden eventuell irritieren. Der Mann unterbricht die Umarmung und bückt sich nach seiner Reisetasche. Ich kann beruhigt den Blick abwenden.

Wenn ich zu viel durch die Gegend schaue, verpasse ich den Moment, in dem er durch die automatischen Türen kommt. Ich habe ein bisschen Angst, dass sich ein breites Grinsen auf mein Gesicht legt, sobald ich ihn sehe. Schließlich ist das so eine Situation mit dem Warten und der Aufregung und wahrscheinlich ist ein besonders großes Lächeln dann eine physiologische Reaktion, um Stress abzubauen. (Ich habe keine Ahnung von biochemischen Körperprozessen.) Gleichzeitig warte ich aber seit einer halben Stunde genau darauf, dass er durch diese Tür kommt. Ich kann also gar nicht umhin zu hoffen, dass ich den Moment nicht verpasse. Ihn nicht durch die Tür kommen zu sehen, wäre unbefriedigend. Ich fixiere also die Türen, abwechselnd, denn es gibt vier davon. Es wundert mich, dass nicht tatsächlich regelmäßig Menschen dagegen knallen, denn dass sie kurz bevor jemand hindurch will wieder zu gehen, kommt relativ häufig vor. Wenn er gegen eine der Türen knallen und sich dabei die Nase brechen würde, dann müssten wir erstmal ins Krankhaus fahren. Das würde garantiert jegliche unerwünschte romantische Stimmung ersticken. Ah, ich sehe ihn, da ist er. Ich muss Stift und Papier wegpacken und ihn begrüßen.

 

Anja Christ

 

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freiVERS | Werner Weimar-Mazuhr

teheran

für Granaz Moussavi

eine wegwarte legten sie mir in den mund
die sich verlief
im schatten des waldes
fragte sie einen ziehenden wolf nach dem weg
über den glucksenden fluss sprang das tier mit mir
als sie mich fanden
später
im niemandsland
wunderte sich niemand über das büschel haare unter dem fingernagel
und den fetzen fell in der hand

 

Werner Weimar-Mazuhr

 

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freiTEXT | Sebastian Schmidt

Am Hackelklotz vom Meisenast                                                                     

Immer wenn draußen das Hupen losgeht fühle ich mich gemeint und renne zum Fenster.

In den meisten Fällen fahren die Autos vorbei als sei nichts gewesen.

Have you had your brain whipped, too?, tippe ich, zurück. Vielleicht mache ich das anstatt Sauna oder Hanteln heben. Tippen und zum Fenster rennen wenn es hupt. Wenn mir unter der Dusche etwas einfällt tippe ich manchmal sehr lange nackig.

Vor wenigen Tagen habe ich betrunken versucht, mit einem Radiergummie die Nachrichten von meinem Rechner zu radieren. Natürich war das Show und es sollte witzig sein und ich wollte damit meinen Kumpel Älex beeindrucken, weil der vielleicht bald wieder nach England muss. Den Brexit rubbern, lachten wir. Aber der Bildschirm ist nun kaputt. Mein Laptop ist erst vier Jahre alt. Idiet, hatte Älex gesagt.

Da bin ich 33. In meinem Gehirn steckt ein Stock, deshalb vielleicht die Frage mit der Peitsche. Vielleicht ist aber auch der Bademantel schuld, der unten im Hof immer wieder mit erbarmungsloser Härte auf den Betonboden eindrischt. Ich bin gespannt, wer das länger aushält.

Do you mean 'Have you had your brain wiped, too?' steht auf dem Monitor des anderen Computers, der im Nachbarzimmer steht, an einem improvisierten Schreibtisch. Der Weg zum Fenster ist nun länger, jedenfalls der Weg zum Fenster, durch das man sehen muss, um auf die Straße zu sehen. Ich bin zu bequem um den Computer in das andere Zimmer zu bauen. Ein richtiger Tower, tausend Kabel. Jedenfalls kann man in dem Zimmer jetzt besser aus dem Fenster rauchen wenn man will. Man sieht direkt in die Natur. Es ist eine andere Ecke des Hauses. Ich rauche nicht mehr.

When will your kids be back?, fragt Älex später am Telefon.

About six. We could meet in the park at half past?, sage ich.

Sounds okish mate. Would you bring your …?, fragt Älex.

'Course., sage ich.

Diesmal bin ich wirklich gemeint als es hupt. Ein schwarzer SUV hält direkt vor der Haustür. Ich setzte/schmeiße mein Basecap auf den Kopf über die Schmalzfrisur. Als ich unten ankomme winkt mir eine blonde Frau vom Fahrersitz aus zu, wirklich adrett, aber im Jogginganzug. Dann setzt sich das imposant große Auto in Bewegung. Meine Kinder begrüßen mich mäßig. Beim Hochlaufen kann ich durch das Fenster im Treppenhaus den Hackelklotz im Hof sehen, der sich hinter dem tiefhängenden Meisenast versteckt. Meisenast, weil da immer so viele Meisen draufsitzen. Fast immer zwischen zwei und vier. Kohlmeisen, wissen sogar schon die Kinder. Zwei Hippies sitzen auch im Hof, direkt neben dem Hackelklotz, und versuchen mit zwei Ästen Feuer zu machen. Indem sie die Äste aneinander reiben. Ein Stock höher läuft Hip Hop.

Wir treffen uns gleich mit Älex im Park., sage ich.

Jaaa!, sagt Jojo.

Friderike muss jetzt Abendessen, deshalb sind wir schon zurück, sagt Attan.

Ich weiß, sage ich. Wir essen etwas im Park. Älex bringt etwas mit., verspreche ich.

Ich packe heimlich Zigaretten ein. Eine schöne Decke. Außerdem ... . Zwei Biere. Am Fenster hupt es wieder aber diesmal ist nichts zu sehen. Karotten für die Kinder.

I mean whipped in the sense of torturing, in a masochistic way., tippe ich schnell, bevor es losgeht.

Älex hat nun einen dicken Bart. Er ist sehr weiß, der Älex, deshalb gibt ihm der Bart wirklich Farbe und er sieht gesünder aus als sonst. Er ist aber immer noch sehr dünn. Wir sind schon eine sehr lange Zeit Freunde, Älex und ich. Unsere Freundschaft ist älter als meine Kinder.

Wie gekt ez oiche, Kinder?, fragt Älex dann Jojo und Attan.

Es wird gelacht, vor allem weil Älex immer noch schlecht Deutsch redet. Wir spielen Federball und Fußball bis Attan nicht mehr will. Und essen zu Abend bis Jojo und Attan satt sind. Es ist ein kindischer Abend, weil es warm und sonnig ist. Älex macht Tier-Choreographien und springt über den Rasen. Es sieht scheiße und peinlich aus, aber wir lachen uns tot. Später lesen Älex und ich etwas auf der Decke vor und trinken Bier. Aus den Lautsprechern an den Bäumen verklingen die letzten Vögel und es dunkelt vor sich hin. Auch die Autos sind nicht mehr zu hören, schon eine ganze Weile nicht mehr.

Happy birthday mate, flüsterte Älex, und gibt mir einen Kuss auf die Wange.

And thin ice, why?, fragt er flüsternd, da waren die Kinder schon auf der Decke eingeschlafen. What did you mean with 'in between'?

Maybe because of the Hackelklotz and the SUV, flüstere ich. Sie sind alles Hackelklötze.

Da musste Älex lachen und prustete etwas Bier auf Jojos Bein.

Nice German word, but i don't understand., flüstert Älex als er sich erholt hatte. So du hazt wunsche für dein geburtztach? As a present?

Ich wünsche mir ein Signature T-Shirt von Clemens Setz, mit einer Figur drauf, oder ein Hemd, das von Christian Kracht designt wurde., sage ich, lache. Aber Älex versteht das nicht.

So bleibt es eine ganze Weile still in der wir Bier nippen und ich meine Zigaretten heraushole und mir eine anstecke. Älex biete ich auch eine an.

Oh, you brought some. How nice., sagt Älex.

Siehst du, was für eine Scheiße. It's a shit, a shame, sage ich.

Älex und ich lachen unanständig viel, denn es ging immerhin ums Rauchen. Mir fällt zum letzten Mal an diesem Tag der Hackelklotz in unserem Hof ein und die Hippies und als ich hinter den Busch gehe finde ich eine Stelle mit einem abgesägten Baumstumpf und ich stelle mir vor wie ich auf den Hackelklotz uriniere, während ich auf den Baumstumpf uriniere.

Heute trage ich Hemd obwohl ich nur zu Hause damit rumrenne, aber das ist gut so. Wenn ich ein Hemd trage kann ich mich besser konzentrieren, bilde ich mir ein. Natürlich ist das ein riesen Schwachsinn, aber es funktioniert. Gleich nach dem Duschen kleide ich mich an. Zum einen, weil ich unbedingt ein Hemd anziehen möchte, aber auch weil ich unter Dusche keinen Einfall hatte, der es Wert war nackt niedergeschrieben zu werden. Das ist kein gutes Zeichen, denke ich, aber ich habe ja das Hemd. Mit dem Hemd wird die Übersetzung fertig, wenn sie fertig werden muss, da bin ich mir sicher. Und alle werden zufrieden sein.

Ich öffne das Fenster und rauche frei mit Blick aufs Grüne. Als ein Auto hupt, lege ich die brennende Zigarette auf den Fenstersims und renne zum Fenster im Nebenraum. Es ist Anna, die mit beiden Händen wedelt. Ich wedele zurück. Anna wollte mir nur etwas in den Biefkasten werfen, das weiß ich. Das macht Anna oft so. Dann hupt sie, um mir Bescheid zu geben, dass sie etwas in den Briefkasten geworfen hat, so wie jetzt.

Ich muss weiter tippen!, rufe ich herunter zu Anna und lache dabei.

Dann fährt Anna weiter und ich gehe zurück. Meine Zigarette wurde vom Sims in die Natur geweht, was ich sehr bedauere. Jetzt liegt sie neben einer Baumwurzel und glimmt vor sich hin. Ich hoffe, dass sie einer der Hippies findet und fertig raucht. Aber sie verlassen ihren Platz so gut wie nie.

 

Sebastian Schmidt

 

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Die Wahrheit ist ein vages Ding und schwer zu greifen

Die Wahrheit ist ein vages Ding und schwer zu greifen

Rezension

Kintsugi ist eine japanische Keramikbearbeitungsmethode, in der Brüche oder kaputte Stellen vergoldet, statt versteckt werden. Das soll die die Wertschätzung des Fehlerhaften, die Schönheit im Defekten ausdrücken. Fehlerhaft und defekt sind auch die vier Protagonist*innen in Miku Sophie Kühmels gleichnamigen Debüt, das im August bei S. Fischer erschienenen ist. Aber auch ihnen wird viel Wertschätzung entgegengebracht: Als Vexierspiel angelegt und von Dramoletten durchwachsen, die die Handlung zwischen den einzelnen Kapiteln vorantreiben, führt uns die Autorin durch wechselnde Erzählperspektiven

Kintsugi beginnt etwas schwer und konstruiert, wird aber noch im ersten Viertel ruhiger und entwickelt gleichzeitig eine irre Sogwirkung. Kühmels Figuren sind gleichsam liebenswert und verabscheuungswürdig, süß und unsympathisch – ein Emotionscocktail, dem man sich als Leser*in schwer entziehen kann. Vier Menschen, drei Männer und eine Frau, verbringen ein Winterwochenende gemeinsam am See.

Max und Reif sind seit zwanzig Jahren ein Paar, nehmen sich in ihrem Ferienhaus regelmäßig Auszeiten von ihren Leben als Künstler und Universitätsprofessor für Archäologie – manchmal auch von ihrer Beziehung. Und das, obwohl sie von allen beneidet werden: Für ihre Liebe, die schon so lange hält, und die Harmonie, obwohl oder gerade weil sie nicht verheiratet sind. An diesem Wochenende begleiten sie ihr langjähriger Freund Tonio und dessen studierende Tochter Pega, die für Max und Reif wie ein eigenes Kind ist. Pega sieht das mittlerweile anders und überhaupt ist keine der Beziehungen so, wie sie auf den ersten Blick scheint. Da geht es viel um Liebe: Zwischen Mann und Mann, Mann und Frau, Vater und Tochter, Kumpel und Kumpel.Es fließen Tränen, brechen Teetassen und Herzen. Manches kann man kitten, anderes nicht. Oft verschwimmen Vergangenheit und Gegenwart. Da geht’s um Abhängigkeitsverhältnisse, finanziell, gefühlsmäßig. Um Schuld, um Versäumnisse – aber auch, wie man am besten betrunken von einem zugeschneiten Hochstand im Wald herunterkommt, ohne sich etwas zu brechen. Es entwickeln sich Dynamiken: Konflikte brechen aus, manche neu, manche seit Jahrzehnten am heimlichen Brodeln. Miku S. Kühmel kann bodenständig und authentisch ohne Kitsch – aber mit schönem Pathos – über Liebe schreiben. Die Beziehung zwischen Reif und Max kann stellvertretend für alle Beziehungen gelesen werden, so klar sind die Bilder, die die Autorin darstellt, so kunstvoll verpackt sie Romantik und Tragik im Alltäglichen:

„Es beeinflusst meine Wahrnehmung vielleicht nicht mehr so sehr, die Proportionalitäten ändern sich, und spätestens, wenn wir zu zweit im Auto sitzen und auf unseren Schenkeln trommeln und laut Roxane singen, weiß ich, dass Reif das alles nicht missen oder eintauschen wollen würde.“ (S. 54)

Ebenso bemerkenswert stimmig ist der Stil, die Sprache in Kintsugi: Konsequent und realistisch lesen sich alle vier Protagonist*innen. Als 1992 geborene Autorin drei Männern Ende Vierzig eine glaubhafte Stimme zu verleihen, ist eine literarische Herausforderung, der sich Miku S. Kühmel nicht nur gestellt hat, sondern in der sie brilliert. Kritisieren kann man die gelegentlich zu bildungsbürgerlichen Formulierungen

„Ich gluckse, als sie mich an diesen alten Namen erinnert, den sie im Kindergarten oktroyiert bekommen hat und mit dem wir sie ewig getriezt haben“ (S. 116)

und die teils sehr abrupten Übergänge zwischen Rückschau und Realität. Aber das sind Bagatellen, denn hier liegt ein ausgezeichneter Roman vor. Unaufgeregt, ohne banal zu werden, mit einer Liebe zur Sprache und großem handwerklichen Geschick erschaffen. Mit Inhalten, in denen man sich als Leser*in sofort wiederfindet, ohne jemals gelangweilt zu werden. Mit Details, die in Erinnerung bleiben. Ein Buch, das schnell gelesen, aber keinesfalls schnell vergessen ist.

 

Miku Sophie Kühmel: Kintsugi, S. Fischer Verlag 2019, 304 S.

mehr von Miku lesen: freiTEXT: Gehwegplatte

 

Lisa-Viktoria Niederberger


Scroll-free August

 

Eine britische Gesundheitsorganisation rief 2018 den „Scroll-free September“ ins Leben: Einen Monat lang soll auf Social Media verzichtet werden. Die dadurch „gewonnene“ Zeit könne man für Dinge nutzen, für die man anscheinend keine Zeit (mehr) hat(te). Nach den guten Erfahrungen letztes Jahr, tauchen wir auch 2019 wieder für einen Monat unter.

 

 

Für alle, die nicht „Cold Turkey“ gehen wollen, bietet die Royal Society for Public Health unterschiedlichste Strategien für einen partiellen Verzicht auf Social Media und das Smartphone: RSPH.org.uk

Wir haben uns diese Initiative zum Anlass genommen und werden im August auf Social Media verzichten. Schon lange gibt es bei uns im Team in unterschiedlichen Intensitäten und mit unterschiedlichen Schwerpunkten immer wieder Diskussionen über den Einsatz von Social Media. Wir stehen der Rolle, die Soziale Medien in unserem Leben spielen und die Vorgangsweise der dahinterstehenden Unternehmen (nicht nur aber insbesondere auch im Hinblick auf Datenschutz) durchaus kritisch gegenüber, wenngleich wir die Vorzüge oft nicht leugnen können.

Darum wird es im August keine Inhalte auf den Social Media-Kanälen des mosaik geben. Keine Posts auf Facebook, keine Bilder auf Instagram oder Flickr, keine neuen Uploads auf Issuu oder Youtube, keine Aussendungen via WhatsApp. Und voraussichtlich auch keine Interaktion – keine Likes, keine Shares, keine beantworteten Anfragen.

Wir werden privat unterschiedliche Strategien des Scroll-free September bereits im August anwenden (oder anwenden versuchen) und diese nach Möglichkeit auch auf das mosaik umlegen. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns von der Welt abschließen und eremitisch leben werden. Wir sind weiterhin erreichbar. Per Mail zum Beispiel. Eure Einsendungen erreichen uns, eure Fragen werden beantwortet werden.

Gleichzeitig erlaubt uns diese Initiative aber auch, uns wieder mal unserer Arbeit bewusst zu werden - und der Rolle unterschiedlicher Kommunikationswege. Wenn ihr Fragen, Ideen, Anregungen zu unserer Kommunikation, zu einzelnen Kanälen oder anderen Themen habt, freuen wir uns ebenso darüber, wie über eure eigenen Erfahrungen  mit Social Media. Gleich hier als Kommentar oder direkt: schreib@mosaikzeitschrift.at

Macht es uns gern nach: Lest mal wieder ein Buch, ohne vom neuesten Statusupdate unterbrochen zu werden. Trefft euch mit Freund*innen und lasst das Smartphone zuhause. Blickt wieder mal über den Touchscreen-Rand hinaus und entdeckt die Welt.

Genießt den Sommer.

euer mosaik