freiVERS | Marco de las Heras

Das Flaschendrehen hört niemals auf.
Blieb sie da stehen und zeigte zu mir, wütend
als hätte ich mich jahrelang im Sitzkreis
in einer solch' verstohlenen Art und Weise positioniert
damit sie mich nicht treffen kann:
Gestern starb mein Vater.

Seltsam regungslos lag er da im Zimmer, es war still;
eine Schnake störte meine Trauer.
Sie kam nach jedem Anlauf meiner Tränen
aus dem Hinterhalt, wie ein schiefer Geigenton im Ohr.

Als ich sie dann endlich müde rastend
an der Wand entdeckte, zog ich den Schuh aus,
holte mit ihm Schwung und erinnerte
während ich die Schnake auf der Stelle tötete
das Gewicht in meinen Fingerkuhlen von schweren, biergefüllten Plastiktüten
den Augenblick, als wir zusammenstießen
und siehe da: Aus der Schnake drang der Lebenssaft
klebte an der Wand.

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Marco de las Heras

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freiTEXT | Simon Loidl

Es war nichts

Wir saßen in Blickweite der Bar und warteten auf unser Essen. Wir sprachen kaum, denn wir hatten uns schon den ganzen Tag über unterhalten. Ich beobachtete die anderen Personen in dem Lokal, doch da gab es nicht viel zu sehen. Ein Mann ging an uns vorbei in Richtung des vorderen Teils, wo sich die Bar befand. Er blickte sich um, als wäre er ebenfalls zum ersten Mal hier. Weder vor noch hinter der Bar war jemand zu sehen. Plötzlich blieb der Mann stehen. Er schien etwas auf dem Boden zu betrachten, aber ich konnte nicht sehen, was. Nach ein paar Sekunden bückte er sich und hob etwas auf, das er in die Höhe hielt: eine oder zwei Spaghettinudeln, die offenbar beim Abräumen eines Tellers hier gelandet waren. Ich verstand nicht, weshalb der Mann die Nudeln aufgehoben hatte. Während er seine Hand, in der er immer noch die Speisereste hielt, wieder senkte, näherte sich in seinem Rücken, vom Eingang des Lokals her, eine Frau. Sie ging direkt auf ihn zu. Sie sprach ihn an. Ich hielt den Atem an, gespannt, wie sich der Mann aus der Situation herausmanövrieren würde, mit vom Boden aufgehobenen Nudeln ertappt zu werden. Ich weiß nicht, warum, aber ich war mir sicher, dass er die Nudeln in die Hosentasche stecken würde. Eine andere Möglichkeit sah ich nicht, wenn er nicht erklären wollte, weshalb er mitten in einem Lokal stand und Nudeln in der Hand hatte, die offensichtlich nicht seine waren. Doch der Mann machte weder das eine noch das andere. Er drehte sich um und grüßte die Frau. Dann wandte er sich zur Bar, legte die Nudeln in einen Aschenbecher, nahm diesen und trug ihn durch eine Tür, die hinter der Bar in eine Küche oder einen Abstellraum führte. Mir wurde klar, dass der Mann hier arbeitete. Ich begann wieder normal zu atmen, wandte meinen Blick von der zu Ende gegangenen Szene ab, blickte mein Gegenüber an und hob die Schultern.

„Was ist?“, fragte sie mich.

Ich schüttelte den Kopf.

Es war nichts.

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Simon Loidl

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freiVERS | Johannes Bruckmann

Kaltes Feuer

Wir fügen immer noch ein Scheit hinzu und sprechen davon, dass das Holz aus uns sein möge
Wir fügen immer noch ein Scheit hinzu und sprechen davon, dass es unser Feuer sein möge
Wir fügen immer etwas hinzu, auf dass das Feuer in unseren Farben brennen möge
Aber immer ist es noch nicht unser Feuer
Immer zünden wir das Feuer noch nicht an

Das Feuer brennt noch nicht in unseren Farben
Wir beargwöhnen das Feuer, das noch nicht brennt
Früher haben wir auch Scheite abgetragen
Heute fügen wir nur noch Scheite hinzu
Und zünden das Feuer nicht an

Die Scheite werden immer größer, immer schwerer
Wir können die Scheite nur noch gemeinsam tragen
Weil das Feuer nicht brennt, fügen wir noch mehr Scheite hinzu und Scheite hinzu
Wir fügen verzweifelt immer noch etwas hinzu
Die Scheite werden immer größer, immer schwerer

Du willst das Feuer nicht entzünden, es hat zu lange nicht gebrannt
Die Scheite sind feucht und modrig geworden unter der Last der immer neuen Scheite
Wir leben von dem Feuer, das noch nicht brennt, das nicht mehr brennen wird
Aber wir fügen immer noch mehr Scheite hinzu
Wir können sie nur noch gemeinsam tragen

Niemand soll wissen, dass das Feuer nicht brennt, wir geben vor, dass das Feuer brennt
Dass das Feuer in unseren Farben brennt, dass es unser Feuer ist
Wir ersticken in dem kalten Feuer
Wir ersticken unter den schweren Scheiten, wir vermodern unter den schweren Scheiten
Wenn sich das Feuer entzündet, dann verbrennt es unsere Leichen

 

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Johannes Bruckmann

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freiTEXT | Tara Meister

Das Freie

Wir lernen uns kennen an einem Abend, in einer Gasse. Sie steht zwischen zwei Mülltonnen und ich stelle mich dazu, es ist die Rückseite eines kleinen Bio-Ladens mit Café, es hat längst zu, wir sind hier, um Abgelaufenes abzuholen, uns verbindet die dafür entworfene App. Weil ich so etwas noch nie gemacht habe, weil Leute vorbeigehen und uns mustern, schwitzen meine Hände. Ich mustere Marlene, deren Blick in die Ferne gerichtet ist, war der Name tatsächlich Marlene? Sie trägt einen bunten, samtigen Body mit wilden Pflanzen darauf, er ist tief ausgeschnitten, zwischen ihren Brüsten ist der Kopf eines Schlangentattoos zu sehen. Um ihren Hals eine Kette, deren Anhänger in ihrem Ausschnitt verschwindet, als hätte die Schlange ihn gefressen. Marlene ist groß gewachsen, kurvig und war bestimmt schon einmal hier. Alles oder etwas an ihr zieht mich magisch an. Es kommen noch zwei andere und Stefan- der damals mein Freund war- der gar keine Lust darauf hat, das sieht man ihm an. Ich habe es vorgeschlagen, er sagt dann nicht ja und nicht nein, er kommt vorwurfsvoll mit. Während der Ladenbesitzer kommt, während er ein paar Sätze mit uns wechselt, uns mit ins Lager nimmt und dort Papiertüten mit Essen verteilt, sehe ich Stefan an und merke, dass er Marlene, nicht ansieht. Es ärgert mich, ich wünsche mir, dass sie seinen Blick anzieht wie meinen, dass er sieht, was schön ist. Wütend drücke ich ihm weiche braune Bananen in die Hand. Ich bemerke Schweißflecken auf seinem blauen Hemd, das auf einer Seite aus seiner Hose gerutscht ist. In diesem Moment finde ich ihn erbärmlich, ich starre auf Marlenes Haar auf dem Weg nach draußen. Die Tür schließt sich, wir gehen ein paar Schritte weiter zu einer Grünfläche und beginnen dort das Essen zu verteilen. Stefan sieht mit etwas Abstand zu, ich bin innerlich seltsam erschüttert von diesem Abend, Marlene wühlt in den Papiersäcken. Sie wühlt und wühlt als würde sie nach einem Schatz graben. Wie eine Piratin, denke ich, und dass ich gerne wenigstens Steuermann wäre und ich sage Stefan, dass er doch mit dem Moped schon vorausfahren soll, ich würde nachkommen, ich habe keine Lust mehr nachzukommen. Mit vollem Rucksack, einer Flasche Wein in der einen und einer goldenen Dose Sardinen in der anderen Hand geht Marlene los, ich frage in welche Richtung sie muss, ich sage, ich auch, sie wirkt nicht begeistert. Gemeinsam gehen wir ein paar Straßen weiter und dann den Kanal entlang und ich weiß nicht mehr, was ich mir erhofft habe. Marlene bleibt für einen Moment stehen, um die Dose zu öffnen und das Öl abzugießen, dann essen wir im Gehen die Sardinen und spucken die abgebissenen Köpfe in den Fluss, der sie vielleicht raus aus der Stadt trägt. Während wir ein bisschen reden, merke ich schließlich, dass da etwas Dunkles, Unerfülltes ist. Ob mich das angezogen hat, frage ich mich.

„Wie heißt du nochmal?“, frage ich sie.

„Marlene.“

Es ist ein weiter Weg in Marlenes Leben.

Ich war keine Ausnahme, wie alle anderen auch habe ich sie im Laufe der Zeit immer wieder verloren.

Vor drei Jahren, erfahre ich irgendwann, ist sie in Wien angekommen, hat begonnen Psychologie zu studieren, nach einem Semester gemerkt, dass es nicht das Richtige war und einfach weiter gemacht. Immer noch ist das Studium unsichtbar, die Bücher in ihrem Regal sind allesamt Thriller, die Prüfungen schreibt sie von anderen unbemerkt.

Auf allen Fotos und jetzt gerade lacht sie, hält sie mich mit den Augen fest. Sie hat die lauteste Stimme in der WG, aber sie schweigt viel. Ich schlafe mit ihrem Mitbewohner und höre sie spät nachts zur Toilette schlurfen.

Manchmal sehe ich sie tagelang nicht und wenn dann die Türe aufgeht, sind ihre Schritte langsam. Über den Winter ist sie schwerer geworden.

„Wir wollten doch segeln gehen.“

„Heute nicht. Vielleicht morgen, wenn der Wind geht.“

Oft steht sie unruhig im Raum. Wolken, die sie nervös machen, fettige Pfannen wütend, aber kein Schwamm und keine Kerze machen die Wohnung zu einem Ort, an dem sie sein möchte. Wochenlang ist sie hungrig und still.

Aber jetzt ist Frühling und morgen, wenn der Wind geht, nimmt sie mich mit an die Donau, auf das Segelboot.

Ich gehe schlafen, sie sitzt noch länger dort am Tisch. Morgen, denke ich und in meinen Ohren rauscht es.

Am nächsten Tag erzählt sie, dass sie spät nachts ein Geräusch gehört hat, zwischen zwei und drei Uhr, sie war lang wach und ist spät aufgestanden. Es hätte jemand etwas Großes aus dem Fenster geworfen. Und dass sie sich heute doch nicht nach Segeln fühlt.

Mit einer Einkaufstasche verlasse ich das Haus, da liegt vor mir auf dem Gehsteig in einer glitzernden Lache ein toter Fisch.

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Tara Meister

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freiVERS | Roland Grohs

Brüche

Ihre Haut ist brüchig geworden.
Wir verkeilen uns,
wie Bauklötze, die ein Kind gegeneinander hämmert.
Das Bett ein Bauklotz, sie ein Bauklotz, ich ein Bauklotz.
Ehe wir fertig sind, möchte ich aufstehen,
träume von einer glatten Oberfläche, um zu puzzeln.

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Roland Grohs

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freiTEXT | Gloria Ballhause

Warten

Aus dem Nichts taucht der Fuchs neben Raul auf. Er steht auf der Kante des Bordsteins und wartet, dass der Verkehr abebbt. Stille um ihn herum, die sich ausdehnt. Raul wagt nicht, sich zu bewegen. Er gräbt stattdessen seine Hände tiefer in die Manteltaschen.

Es ist ein später Samstagvormittag im Oktober. Auf der anderen Straßenseite stehen schon Leute vor einem Falafel-Imbiss, der Gemüsehändler in dem Laden daneben preist sein Gemüse an. Auberginen, Zucchini, Tomaten. Zweineunundneuzigdaskilowollensieprobieren? Sein Singsang  legt sich über das Rauschen vorbeifahrender Autos, und irgendwo klappern Glasflaschen.

Raul dreht sich leicht zu Seite, um den Fuchs zu betrachten. Müde sieht er aus. Sein Fell ist rostbraun und ein wenig zerzauselt, helles Grau durchzieht Rücken und Schweif, aber seine Statur ist kräftig. Er scheint noch jung zu sein.

Der Fuchs fährt sich  mit einer Pfote über die Schnauze als wolle er seine Müdigkeit wegwischen.

Ein bisschen ausruhen, bevor es weitergeht, denkt Raul. Er bemerkt wie schwer seine eigenen Beine sind. Wie weit er dieses Mal gelaufen ist.

Es ist nicht Rauls Gegend. Obwohl er oft Samstagvormittag spazieren geht, ist er noch nie so weit gelaufen. Wo er wohnt, gibt es keine Geschäfte, keinen Imbiss. Es gibt Hochhäuser mit vielen Menschen darin, davor abgezirkelte Wiesen, die kaum jemand betritt.

Er ist losgelaufen, als es noch dunkel war, als alle noch schliefen. Sein Onkel, seine Tante, die Wohnung im Halbdunkel, das Ticken der Wanduhr in der Küche. Seine leisen Sockenfüße auf dem Laminat.

Du bist wie ein alter Mann, der nicht schlafen kann und  nachts herumwandert, schimpft seine Tante, wenn er von diesen Spaziergängen zurückkommt mit frischen Brötchen in der Hand oder gefüllten Teigtaschen, die Tüte manchmal ein bisschen zerfleddert vom langen Tragen. Sie schimpft nie böse, sondern lächelt dabei, ihr Gesicht eine Sonne, deren Strahlen wärmen.

Raul ist nicht alt, er ist bloß ungeduldig. Er ist dieses Jahr achtzehn geworden, und kommt aus einer kleinen Stadt, sieben Busstunden entfernt.  Und eigentlich kommt er nicht einmal von dort, sondern aus dem letzten Haus vor dem Ortsschild. Hinter dem krummen, verwitterten Haus ein Kiefernwald und sonst nur Maisfelder; es sind fünfundzwanzig Minuten mit dem Bus bis zur Innenstadt, mit dem Fahrrad viel schneller.

Familie ist Familie, hat sein Onkel am Telefon gesagt, der vor vielen Jahren schon, Raul war noch ein Kind, weggezogen ist in die große Stadt. Er sagte es zähneknirschend, nicht zu überhören über den Lautsprecher des Handys, den Raul angeschaltet hatte, anschalten musste, damit seine Mutter mithören konnte. Sie saß neben ihm, kerzengerade wie bei einer Prüfung, die Hände flach auf den Oberschenkeln aufgelegt. Aber gesagt ist gesagt, und Rauls Mutter schrie ihren Dank ins Telefon, über seine Stimme hinweg, als sei sie aufgeregter als er selbst. Es geht aber nur für zwei Monate, sagte sein Onkel dann noch. Das würde reichen, hatte Raul gedacht, um ein Zimmer zu finden und einen Job.

Das Warten nimmt kein Ende. Autos strömen vorbei, als hätte jemand eine Schleuse geöffnet. Als hätten alle gleichzeitig beschlossen, genau jetzt ins Auto zu steigen, um einkaufen zu gehen, zum Friseur oder sonstwohin. Nur los.

Die Stille neben Raul schwindet. Die Beine des Fuchses beginnen zu zittern, unruhig senkt er die Schnauze und tippelt auf der Stelle. Raul weiß, dass die Füchse hier nicht die gleichen sind, wie die in dem Kiefernwald. Sie haben sich angepasst an Straßenkreuzungen und an Bahntrassen, an Falafel-Reste vor Mülltonnen, an Menschen, die eigenartig riechen und überall sind. Sie leben in einem Netz aus Inseln, und bewegen sich zwischen ihnen ohne Angst. Wenn man sie in die Wildnis bringt, laufen sie zurück in die Stadt.

Aber dieser Samstagvormittag ist zu viel für den Fuchs. Es ist der Moment, der sich zum Guten neigt oder zum Schlechten, denkt Raul. Auf welche Seite, weiß niemand vorher. Raul wünscht sich, dass die Zeit still steht, dass der Fuchs noch ein wenig bleibt und dass er nichts tun wird aus Angst. Es gibt doch immer mehrere Möglichkeiten, denkt er.

Die zwei Monate sind an diesem Samstag vorbei. Raul hat immer noch kein Zimmer gefunden, und auch keinen Job. Einmal hat er zur Probe gearbeitet in einem Lager, aber das war nichts für ihn. Er packte nicht schnell genug die Pakete, stand in der Pause allein in der Ecke. Am Ende des Tages ein Händedruck vom Schichtleiter, der seine Kappe kurz zurechtrückte, im Gesicht ein süßliches Lächeln, das hieß: Du nicht.

Auf der gegenüberliegenden Seite bleibt eine Gestalt stehen. Schwarze Kapuzenjacke, silbernes Papier, das in den Händen glänzt, ein Stück Fladenbrot, das nicht ganz mit dem Papier umwickelt ist und von dem abgebissen wird. Eine lilafarbene Strähne sprießt aus der Kapuze, das Gesicht halb verdeckt.

Raul hebt langsam einen Arm, zeigt auf den Fuchs und auf die Straße, mehrmals. Die Kapuzenjacke mampft weiter Falafel als ob nichts wäre.  Dann endlich sieht die Kapuzenjacke auf, blickt sich um, nach ein paar Sekunden, eine Hand, die zurückwinkt.

Der Gemüsehändler ist für einen Augenblick still. Er scheint sein Gemüse zu vergessen, starrt zu Raul hinüber oder besser gesagt, zu Rauls Begleiter. Ein Grinsen klebt in seinem Gesicht. Er kramt ein Handy aus seiner Hose.

Der erste Schritt ist mehr ein Sprung im Inneren, als dass er wirklich springt. Raul schreitet in eine Lücke, ein Auto bremst.  Der Fahrer streckt den Kopf aus dem Fenster.

Alles klar bei dir?, schreit er.

Dann stellt sich auch die Gestalt in der Kapuzujacke auf die Straße, die lilafarbene Strähne bauscht sich Wind. Autos stauen sich,  die Leute vor dem Falaffel-Imbiss drehen ihnen die Köpfe zu. Der Gemüsehändler filmt.

Er filmt, wie der Fuchs über die Fahrbahn läuft, ruhig, und ohne Hast, als hätte er es erwartet, dass man ihm Straße freihält.  Mit einem letzten Satz verschwindet er hinter einer Hausecke.

Als das Hupen beginnt, ist Raul schon längst auf der anderen Straßenseite. Er lässt die Flüche, die im Vorbeifahren gerufen werden, über sich hinwegziehen. Er wirft einen Blick in das Gesicht, das unter der Kapuze steckt. Schwarz funkelnde Augen von lilafarbenen Strähnen umrahmt. Raul weiß nicht, ob er was sagen soll und auch nicht was. Er lächelt bloß. Das Gesicht mit der lilafarbenen Strähne vor der Stirn blickt ihn stumm an. Raul dreht sich schon zum Weitergehen, da hört er, dass jemand etwas sagt.

Hey, Fuchsretter, wo gehst'n hin?

Raul dreht sich um.

Weiß nicht, ich geh' nur spazieren, antwortet er.

Kann ich mitkommen?

Raul erschrickt. Die Frage hat er lang nicht mehr gehört. Er überlegt.

Kennst du einen guten Bäcker?, fragt Raul nach einer Weile.

Er erhält ein Lächeln.

Klar. Soll ich dir zeigen, wo?

Als sie losgehen hebt der Singsang des Gemüsehändlers wieder an.

Raul nimmt ihn kaum aber mehr wahr. Er hält sich an einem Gedanken fest. Er wird es als Fahrradkurier probieren. Er ist immer viel Fahrrad gefahren, vom Ortsschild bis zur Stadtbibliothek hinter dem Kirchplatz. Manchmal mehrmals täglich. Sein Onkel wird ja sagen, wenn er noch ein bisschen bleibt, ganz bestimmt.

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Gloria Ballhause

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freiVERS | Christl Greller

und sind wir frass

und holt der fuchs das süße kitz im gras,
der böse fuchs.
nein, mutterfähe,
wir lernen: und füttert sie im bau.

und adler holt den fuchs,
ist böse. nein,
wir lernen: adlerjunge brauchen fraß.
naturgesetz ist: eines lebt vom andern.

mein liebes, mein geliebtes kind.
und lebt in deinem kopf etwas, das
von dir frisst und
wächst in deinem hirn auf deine kosten.
dein streichel-lieber kopf. und lebt darin
und frisst und wächst was,
nicht zu tilgen mehr, im kopf auf
deine kosten.
wir lernen - naturgesetzlich, eines lebt
vom andern.

ich habe es gelernt.

will’s nicht verstehen.

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Christl Greller

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freiTEXT | Jasmina Cavkunovic

orpheus

Unter lauten Regentropfen hatte ich geschworen, dich zu vergessen – der Fairness halber, wie man sagt. Doch auf dem Weg zum Kino sah ich deine Straße wie ein flüchtiges Panorama aus dem U-Bahn-Fenster, und vergaß, was ich vergessen sollte.

Ich denke zurück an kalte Jännertage, wo ich mein Handy nach der Arbeit an mein Herz hielt, als ich deine Nachricht auf dem Bildschirm sah. Auf dem Weg zur Straßenbahn fühlte ich mich wie ein kleines Kind an seinem ersten Schultag – aufgeregt, das Gerät wie eine Schultüte fest umklammernd, als liefe es davon, wenn ich es nicht täte. Erbittert waren noch Monate später die Kämpfe mit der Schwerkraft, wenn ich meinen Daumen über dem Anrufsymbol neben deinem Namen schweben ließ, und obgleich ich sämtliche Schlachten gewann, glänzte ich auf einer jeden Siegesfeier durch Abwesenheit. Heute spüre ich die rechteckige Form meines Handys durch die Manteltasche an meinem Oberschenkel, während meine rechte Hand die linke hält. Die Beschriftung des Massagestudios in deiner Straße verläuft sich unterdessen in der wachsenden Distanz.

Weichgezeichnet waren wir, und weichgezeichnet haben wir die Linien, die unseren Zufluchtsort markierten. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es unseren Ort noch gibt, doch manchmal stolpere ich heute noch über Drahtseile, die ebendort am Boden liegen, wo du mich zum letzten Mal gehalten hast. Und du, versuchst du je das Gefühl von meiner Hand in deiner zu übertünchen, als wäre es Parfüm auf verschwitzter Haut? Sitzt du je auf deinem Dach und denkst über den Anfang unseres neu begonnenen Endes nach? Ist der Himmel je wieder so rosarot gewesen wie an jenem Montagabend im September? Langsam kehrt der Winter ein, es ist vermutlich besser so.

Schändlich mein Gedanke, unsere Karte sei interessanter gewesen als unser Gebiet. Absurd die Idee, unter der babyblauen Decke, die du mochtest, unser Wunderland nachzubilden, mit Serotonin-Modellen aus Kunststoff. Wenn ich in Träumen nach dir greife, bleibt mir nichts als Ruß auf meinen Händen; und wenn ich wach bin, spüre ich deinen Schatten an meinen Füßen – du hast ihn drangenäht, ehe du verschwandest. Ein bisschen Dunkelheit habe ich aus dem Hades mitgenommen, sie ist mein heiligster Besitz, habe ich festgestellt, und zugleich meine größte Last.

Du bist ein Blutfleck, eine Zäsur in meiner Geschichte. Deine Straße ruft noch immer meinen Namen, hörst du’s auch? Ich habe mich umgedreht, ich hab’ mich umdrehen müssen, einmal mehr. Ich werfe meine hundert Ehrenworte über Bord, unfähig zu vernehmen, wohin sie treiben.

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Jasmina Cavkunovic

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freiVERS | Enno Ahrens

Nachts

trage ich fantastische Krawatten
gefertigt aus selbsterlegter
Klapperschlange die Rassel
dazu verdeckt im Saum

Meine Schuhe sind krokodilledern
das Jagdmesser mit Griff
vom Elfenbein aus
reinen Gedanken

Sie sind lichtscheu
wie blutrünstige Vampire

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Enno Ahrens

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freiTEXT | Norbert Schäfer

Siebrecht

Gemessenen Schrittes begab er sich zum Komposthaufen und ließ einen Armvoll Efeuzweige und Blätter fallen, die sich gleichmäßig über die Schichten von feuchten Gras- und Moosresten, trockenen Blütenblättern und Zweigen verteilten. Das meiste blieb oben liegen, nur wenige Zweige rutschten seitlich hinab. Die Blütenstände waren ausgebildet, aber über die Beeren hatten sich schon die Drosseln und Amseln hergemacht. Efeu war so eine vitale Pflanze! Man kam mit dem Nachschneiden kaum hinterher. Und giftig obendrein. Nie bearbeitete er die Efeuhecke ohne seinen Mundschutz. Margarete kannte sich gut in diesen Dingen aus und hatte ihn von Anfang an auf die gesundheitlichen Gefahren hingewiesen.

Die Sonne meinte es gut heute – sie wärmte ungewöhnlich stark für einen April-Nachmittag. Siebrecht schwitzte ein wenig in seiner Gartenkluft. An seinem linken Hosenbein der kastanienbraunen Cordhose waren Spuren von Gartenerde zu erkennen. Er durfte nicht vergessen, sie abzubürsten, bevor er das Haus betrat. In dem kleinen Garten des Endreihenhauses in Köln-Müngersdorf fühlte er sich wohl. Und geschützt. Er trug derbe Arbeitshandschuhe über den langen Ärmeln seines schon ausgeblichenen karierten Holzfällerhemds. Die Stoffkappe mit dem Aufdruck des Blumenladens „FloraFit“ schützte seine Augen vor der Sonne. Nun, zumindest die Schutzmaske würde er jetzt ablegen können. Ruhig streifte er die Handschuhe ab, bevor er die Haltebänder der Maske hinter den Ohren löste. Er faltete den Stoff sauber und legte ihn auf die Bank.

Er vermisste sie.

Gegen die Sonne blinzelnd richtete Siebrecht einen letzten, kritischen Blick auf die Hecke. Einen etwa eine Handbreit heraus ragenden Zweig hatte er übersehen. Das hätte Margarete sicher nicht gefallen. Nein, das konnte er so nicht lassen. Bedächtig legte er den Mundschutz an, zog die Handschuhe über und machte dem widerspenstigen Spross den Garaus.

Unter dem Rhododendron hatte sich verrottendes Laub angesammelt. Den würde er nachher entfernen. Natürlich könnte er es auch sofort angehen. Das wäre kein Problem. Aber seine innere Uhr war im Laufe der Jahrzehnte präzise geworden. Er hatte ein untrügliches Gespür dafür, dass es Kaffeezeit war. Jetzt sollte der Duft von frischem Kaffee aus der offenen Terrassentür strömen. Wie freute er sich dann immer auf den Kuchen. Natürlich behielt er die liebgewordenen Rituale bei. Den Bienenstich hatte er schon am Vormittag beim Bäcker gekauft, und den Kaffee würde er jetzt selbst aufsetzen. Eine komplette Kanne – Siebrecht brachte es nicht übers Herz, nur eine halbe zu kochen. Lieber schüttete er den Rest weg. Er schlüpfte in die grauen Filzpantoffeln. Sie waren ein Geburtstagsgeschenk von Margarete und schonten den Fußboden. Sie war so praktisch veranlagt.

Langsam an einem Stück Bienenstich kauend dachte er über das kommende Osterwochenende nach. Die sonntägliche Ostermesse im Kölner Dom war für Margarete immer das Erlebnis des Jahres gewesen. Das prachtvolle Bauwerk, die vielen Menschen, die klare und schon wärmende Frühlingsluft und vor allem die andächtige, festliche Stimmung...

Siebrecht hatte sich dazu immer in seinen besten Anzug geworfen. Er machte sich eigentlich nicht sehr viel aus Religion, aber Margarete hatte ihm stets verdeutlicht, wie wichtig christliche Traditionen waren.

Ein junges Paar blickte ihn von dem Hochzeitsfoto auf dem Sekretär an. Wie weich Margaretes Züge darauf noch waren. Der Silberrahmen wies im Licht der durch die Terrassentür fallenden Sonnenstrahlen einen leichten Staubbelag auf. Staubwischen war immer seine Domäne gewesen – er würde sich heute Abend darum kümmern. Jetzt war erst einmal der Rhododendron dran. Siebrecht erhob sich ächzend und zog sich die Handschuhe über.

Der Boden unter dem Rhododendron war wieder schier. Mit beiden Armen griff Siebrecht sich einen Stoß Laub, den er auf dem Rasen zusammengeharkt hatte. Er mochte das Rascheln, wenn sich die trockenen Blätter über den Komposthaufen verteilten. Die Asseln und kleinen Spinnen, die hektisch das Weite suchten, störten ihn nicht. Er hatte ein Herz für Tiere, wenngleich sie sich aufgrund Margaretes Katzenhaarallergie nie eins angeschafft hatten. Hunde – tollpatschige, schmutzige Biester! – kamen für sie ohnehin nicht in Frage.

Mit dem rotkarierten Stoff-Taschentuch  wischte er sich den brennenden Schweiß aus den Augen. Sein Blick fiel auf die Lücke zwischen dem Rhododendron und dem Flieder. Über den Zaun konnte er am Nachbarhaus vorbei einen Zipfel des Müngersdorfer Stadions erhaschen. Oder es mochte mittlerweile auch einen anderen Namen tragen. So ganz verstanden hatte er den Grund für diese Namensänderungen nie. Musste wohl Geld im Spiel sein.

Dort spielte am Wochenende häufig der EffZeh. Erste oder zweite Bundesliga – so genau wusste Siebrecht das nicht mehr. Die stiegen dauernd auf und ab. Früher, als Kind, hatte er oft und gerne gekickt. Er war nicht der schnellste, aber ein ganz passabler Verteidiger, wie er fand. Und Spaß hatte es gemacht, wenn ihn die anderen mitspielen ließen, was manchmal vorkam. Insbesondere wenn sie nur wenige waren.

Hin und wieder hatte er mit der Idee geliebäugelt, sich ein Spiel des Clubs im Stadion anzuschauen. Aber Margarete hatte ihn glücklicherweise rechtzeitig davon abgehalten. Letztlich wäre es eine reine Geldverschwendung gewesen. Solche Veranstaltungen waren laut, kulturlos und es wurde viel getrunken und gegrölt. Und es gab Prügeleien. So ein Stadionbesuch hätte letztendlich nur Scherereien gebracht – da hatte sie völlig Recht.

»Tag, Häär Siebräächt. Schön Wedder hugg.«

Zwischen dem Goldregen und dem Hibiskus zeigte sich die Gestalt der Nachbarin. Gisela Niewöhr – eine verwitwete Mittfünfzigerin. Mit gesenktem Blick inspizierte Siebrecht seine Fußspitzen. »Tag.«

»Wie gonn et Ehr Frau? Isse verreist?«

Er hob ein wenig die Lider und blickte verstohlen zu ihr herüber. Ihr Lächeln – ein wenig künstlich, wie er fand – wurde umrahmt von einem goldblonden, halblangen Pagenschnitt.

Die Haare waren natürlich gefärbt. Darauf hatte ihn Margarete schon vor Jahren hingewiesen. Nur Flittchen würden ihre Haare färben. Und dann auch noch als Witwe. Mit derlei Volk sollten und wollten sie keinerlei Umgang pflegen.

»Is auf Kur.« Eigentlich sah sie ja ganz freundlich aus, stellte er nach einem weiteren, vorsichtigen Blick fest. Aber das traf vermutlich für einige Frauen ihres Schlages zu.

»Ach, Se ärme Höösch. Da sin Se jaanz allein! Kann ich Ehr e bessche zor Hand gonn beim Huushald? Maache ich gään.«

Sie trug weder eine Arbeitskleidung noch eine Schürze, stattdessen ein gepunktetes blaues Kleid. Er fand, es stand ihr gut.

»Ich kütt zooräch.«

Margarete hatte ihr Haar nie gefärbt. Früher schimmerte es in seidigem Brünett. Später wurde es von ersten grauen Strähnen durchzogen, die dann langsam die Oberhand gewannen. In den letzten Jahren krönte ein akribisch gepflegter Dutt die mittlerweile grau gewordene Mähne.

»Wie Se wolle. Se künn gään hingerdren op e Liköörsche vörbeikünn. Schön Tag noch!«

Gisela Niewöhr zog sich wieder in ihre Wohnung zurück. Siebrecht atmete tief aus. Es fiel ihm ohne Margarete schwer, den nötigen Abstand zu aufdringlichen Nachbarn zu wahren. Ganz besonders zu Gisela, wie er die Witwe in Gedanken nannte. Obwohl... es könnte vielleicht ganz nett sein, sich bei einem Gläschen zu unterhalten. Wenn sie Limonade angeboten hätte... Siebrecht trank keinen Alkohol.

Nachdenklich stützte er sich auf seine Harke. In zehn Minuten würde ein Konzert des Wiener Symphonie-Orchesters im Fernsehen übertragen werden. Margarete liebte diese Sendungen. Und manche waren auch wirklich schön – das musste Siebrecht zugeben. Aber ohne sie wäre es nicht das Gleiche. Er beschloss, sich das Konzert nicht anzuhören.

Natürlich konnte er auch mal wieder die Eckkneipe „Zum Geißbock“ aufsuchen. Samstags wurden die Spiele live übertragen – man musste nicht ins Stadion gehen. Er war nur einmal da gewesen, als Margarete zu ihrer kranken Schwester gefahren war. Der Laden war gut besucht, aber nicht übervoll gewesen. Die Leute hatten schon etwas komisch geguckt, als er sich nur ein Wasser bestellt hatte. Aber außer ein paar gemurmelten, spöttischen Bemerkungen ließ man ihn unbehelligt. Margarete konnte ihm so einiges von Menschen erzählen, die sich buchstäblich um den Verstand, wenn nicht sogar um ihr Leben „gesoffen“ hatten, wie sie es nannte. Auch ihr verstorbener Onkel Herbert, den er persönlich nur dreimal gesehen hatte – bei der Hochzeit und zwei Geburtstagen, wenn er sich recht entsann  – zählte dazu. Einzig und allein eine Flasche Kirschlikör, als Medizin zur Linderung ihrer überreizten Nerven, war erlaubt. Die Ärmste litt an manchen Tagen so sehr, dass ein Glas oft nicht ausreichte. Siebrecht wischte sich eine Träne aus dem Winkel seines rechten Auges. Glücklicherweise hatte er sich immer einer robusten Gesundheit erfreut.

Als er einen weiteren Schwung trockenen Laubs über den Komposthaufen leerte, bemerkte er es. Aus der untersten Schicht mit dem gemähten Gras ragte etwas hervor. Wie ein toter Ast. Mit fünf kurzen, dicklichen Zweigen.

Der Arm wirkte eingetrocknet, die Haut mittlerweile grau. Er versuchte, den goldenen Ring zu ignorieren, der noch an einem Finger steckte. Nie hätte er es gewagt, ihn abzuziehen. Nun... er hatte es versucht – aber der Finger war zu fleischig, er wirkte wie im Laufe der Ehe um den Ring weitergewachsen. Unauffällig blickte er um sich, aber von den Nachbarn war niemand zu sehen, und Gisela dürfte sich mit ihrem “Liköörsche“ trösten. Mit dem Außenrist seines rechten Schuhs versuchte er, die Extremität wieder unter die Grasklumpen zu drücken. Der Arm war schon sehr steif und rutschte immer wieder zurück. Siebrecht drückte und trat immer heftiger. Mittlerweile bearbeitete er ihn mit der Schuhspitze wie einen Fußball.

Es nützte nichts – wie zum Gruß schnellte der Arm immer wieder zurück.

Siebrecht seufzte. Das würde bestimmt Scherereien geben.

Schweren Schrittes begab er sich zur Kellertreppe, um die Säge zu holen.

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Norbert Schäfer

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