freiVERS | Silke Gruber

Wir, nachts Nur eine halbe Sekunde bevor du schlafend kaltblütig ihren Körper zertrümmern wirst nimmt eine Mücke ihre Henkersmahlzeit an deiner Schulter: fremd diese Stelle denke ich an der mein Kopf ruhen sollte und weine um das arme Tier mich in den Schlaf Silke Gruber freiVERS ist unser Wort zum Sonntag. Du hast auch einen […]

freiTEXT | Daniel Klaus

Kaugummis An die Langsamkeit muss ich mich erst gewöhnen. Das ist nicht einfach. Die Minuten verrinnen mir nicht mehr zwischen den Fingern, sondern sie knoten sich aneinander, ineinander, und manchmal bleibt die Zeit für einige Momente einfach stehen, ohne sich von der Stelle zu rühren. Aber die Krücken sind ein Fortschritt. Die ersten Tage durfte […]

freiVERS | Thomas Ballhausen

Versuch über das Rauschen „Veränderung durch Wörter ist Dichtung.“ Rolf Dieter Brinkmann: Westwärts 1&2 Das Rauschen kann in seinem Naturzustand nicht beobachtet oder beschrieben werden, die Sprache geht ihm voraus. Für das Rauschen gibt es keine Erklärungen oder Gebrauchsanweisungen, bloß warnende Empfehlungen hinsichtlich Verhaltensweisen, Ausbreitungsgrad und Formen der Übertragung. Im Rauschen findet sich etwa ein […]

freiVERS | Katie Grosser

Herbstgefühle Die Regentropfen prasseln mit Wucht ans Fensterglas Doch drinnen wohlig‘ Wärme beschützend mich umhüllt Das Prasseln bringt Gefühle, die ich nur kurz vergaß Gefühle, die mich tragen hinaus aufs weite Feld Wo letzte Sonnenstrahlen mit ihrem golden Licht Behutsam mich begleiten, voll stiller, sanfter Ruh‘ Und Vögel leise singen im Einklang mit der Welt […]

freiVERS | Sergej Tenjatnikow

Zebra frisch erlegtes Zebra liegt auf dem Asphalt – herrenlos. (hier enden die Verse.) wenn du darüber schreitest, mach dich nicht schmutzig mit seinem weißen Blut. hinterlasse keine Spuren den Fußgängerjägern. Sergej Tenjatnikow freiVERS ist unser Wort zum Sonntag. Du hast auch einen freiVERS für uns? schreib@mosaikzeitschrift.at << mehr Prosa | mehr Lyrik >>