freiVERS | Stefan Heyer

Der Papierkorb Unter dem Schreibtisch manchmal steht er auch etwas weiter entfernt wartet der Papierkorb gefüllt will er werden bekritzelte Zeitungen vertippte Seiten auf der Schreibmaschine Fehldrucke schlechte Texte, falsche Wörter die Spuren des Bleistifts durchgestrichene, zerrissene Seiten mit Wut geworfene Papierbälle Flieger voller Langeweile mitunter auch Bleistiftanspitzreste leere Patronen doch hier und da nimmt […]

freiVERS | Raoul Eisele

petrified kisses of mythic aesthetes enchains us in bondage with passion ———of pain lies alice’s incarnation in cellar of mad hatter’s abysmal hat where you don’t speak of eden’s garden or the endlessness of moons with their shadows in the marrow of your own are giraffes placed ———in the first floor with their heads over […]

freiVERS | Niels-Johannes Günther

Fackel der Demokratie Wo ist die leuchtende Fackel geblieben? Die Fackel der Freiheit, das leuchtende Licht der Liebe, das europäische Feuer des Friedens, die stille Kerze der Vernunft? Nationale poltern, Monarchen rüsten, die Angst schnürt Seelen zu, alte Türen werden fest verschlossen. Die Wahrheit wurde schon auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die blinde Justitia schon gefesselt […]

freiVERS | Angelo Wemmje

Nachdem Beifall Eine vollkommene Reduktion tritt auf die Bühne und präsentiert ihre Immanenz, die das Publikum verlor in den überschwänglichen Bewegungen ihrer Leben: Das Stillleben – ein fixierter Moment aus dem alles entwächst, auch die Zappelein der Gäste und Zuschauer – eine scharfe Illusion, die der Maler entpuppt mit einfachen Strichen, die, nachdem streichen in […]

freiVERS | Jonas Linnebank

ausfall automatik zum glück muss man sagen und wie glücklich es sich fügt schritt für schritt schritt dem schritt voraus DEM (deutsche einheitsmarke) dativ horchen horen hurchen furchen fürchten mürchen märchen lärchen? genitiv! nur kurz hin plus ein ding dann wieder raus blende weg zack wen interessiert warum ätschibätsch akkusativ aber warum warum eigentlich warum […]

freiVERS | Matthias Weglage

wimpernlicht der schlaf hält unsere wimpern noch gefangen, lügenspiele spielt das herz, etwas presst sich auf die körper, schiebt sie und zerteilt sie schließlich, bis sie ihre anordnung im raum verlieren und die winde falsch zugreifen, die hände zwischen die dinge greifen, die gegenstände untereinander die namen vertauschen, die sonne liegt zuunterst und hindert am […]