1x7

"hättest du mich am morgen dieses tages gefragt, wie es mir geht, ich hätte dir bestimmt etwas von meiner angst erzählt. bei der angst, die ich gehabt hab, da wär es das minimum gewesen, dass ich gesagt hätt´: ich hab so angst. klar hättest du nachgefragt, wovor, und vielleicht gemurmelt, wie man aufwachen und angst haben kann. ich hab so angst, hätte ich gesagt, dass wir, wenn der winter vorbei ist, nicht mehr zusammen sind." Read more


countdown X sieben

7x7

Aus 7 wird X. Aus den zahlreichen Einsendungen wurden die besten Texte ausgesiebt. In wenigen Wochen ist es soweit, mosaikX erscheint. Um euch die Wartezeit zu verkürzen stellen wir hier in unregelmäßigen Abständen die AutorInnen vor, präsentieren erste Auszüge und alle Informationen. Es wird schön gewesen sein! Read more


And we talk like freaks...

Lassen wir als "Perlen der Weltliteratur(strömung)" gelten: Peter.W. und das/die/der DADA.


Eiskalt und zugleich so weich

Eiskalt und zugleich so weich,
So voller Lebendigkeit und Wonne,
Dies ist meine Zeit, mein Reich.
Der Schnee ist meine Sonne.

Eva Wimmer


Was sei die Lesung? - 2 Jahre mosaik

24.01.2013 - frei:raum

20140124_mosaik9_Lesung_(c) Barbara Keller (2)

mosaik feierte 2. Geburtstag und ist so jung wie eh und je.Einen Dank an alle, die mit uns gefeiert haben, im Publikum wie auf der (nicht vorhandenen) Bühne. Stephanie Schmid, Andrea Weiss, Birgit Birnbacher und Gregor (in Vertretung von Natasa Tasic) steuerten beachtenswerte Debuts und interessante neue Texte bei - unterstützt wurden sie dabei von Isabella Bravo (bekannt auch als Zitronenfalter), Amelie und Charlie.

Wir freuen uns jetzt schon auf unseren nächsten Geburtstag. ;)

20140124_mosaik9_Lesung_(c) mosaik (4)
Stephanie Schmid
20140124_mosaik9_Lesung_(c) mosaik (8)
Charlie, Isa & Amelie - die Fusion aus Pink Pale Moon und Bunny Suite
20140124_mosaik9_Lesung_(c) Barbara Keller (11)
Andrea Weiss
Birgit Birnbacher
Birgit Birnbacher

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20140124_mosaik9_Lesung_(c) mosaik (14)
Gregor liest Texte von Natasa Tasic.
Deodorant, Diaphragma, Dummkopf. Das Kollektivgedicht am Ende des Abends.
Deodorant, Diaphragma, Dummkopf. Das Kollektivgedicht am Ende des Abends.

X: Die Jury tagt

Sonntag, 12.1.14 - 23:59,  war (Einsende-)Schluss.

ProjektX-Textzusammenstellung

Doch eigentlich geht es jetzt erst richtig los!
Aus der Fülle an Einsendungen zum Projekt X stellten wir einen Reader zusammen, den wir gestern der Jury übergeben haben.* Diese wird jeden eurer Texte in den nächsten Tagen und Wochen kritisch lesen, sich eine Meinung dazu bilden und uns schließlich eine Auswahl vorschlagen.

ProjektX-Textzusammenstellung2

Wir sind mindestens so gespannt wie ihr, sind doch die Texte so unterschiedlich wie nur irgendwie möglich. Dennoch haben nun alle Texte das selbe Layout und sind anonymisiert. Außerdem ist unsere Jury garantiert unbestechlich!

* Das Treffen fand im Übrigen in einem Lokal statt, das ein "X" im Logo hat und dessen Name gewissermaßen Programm ist...

 

 


Manuel Riemelmoser - Postmoderne u.v.m.

manuel_page

postmoderne

ich mag die postmoderne.
das ist das problem: man muss sie einfach mögen.
man kann gar nicht anders.
ich mag das MAN. ich kann gar nicht anders.

fünf tage

gitternetzlinien von konsonanten gefestigt
das bächlein atem das nichts ungerades fasst
fasst M und T und C und L
zerstückelt und lässt schwimmen

vokative singen tenörisch
und obwohl ich sie nicht erhöre
schmuggeln sie unter mir phantastisch
wissen wovon sie sprechen
spüren aber nicht die sprache

piepsend weckt das ding endzeit auf mich
zeigt mein fleisch als zahlenkonstellation
wirft etwas kümmel auf die beine der last
und mit ei hält es rund den nachmittag an
wenn die wirklichkeit dann durstig wirkt
und tröpfelwasser aus dem waschlappen
zumindest die decke in vokalen auflöst
kommen leerstellen zum vorschein
an denen ich mich wieder einklinke

deine brüste lebten fünf tage lang
nur durch die bewegung deiner augen
wenn jetzt die welt staubt
braucht es eigentlich nur kalte feuchtigkeit
erstens atem zweitens eis

wald

ich gehe in den wald
ich nehme mit
ich entscheide mich
ich laufe
ich umarme
ich vergrabe
ich feiere
ich sehne zurück
aber
ich gehe in den wald
ich nehme an

Manuel Riemelmoser - warten auf das große wort

Stefan B. Findeisl - Zwölf Stunden

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ZWÖLF STUNDEN, die Hälfte eines Tages. Halb in Dunkelheit, Nacht, halb im Licht, Tag. Sie steht genau am Äquator. Lotrecht. Bescheint zu gleichen Teilen den Norden und den Süden. Macht keinen Unterschied zwischen denen da oben und denen da unten. Gleichberechtigung der Hälften. Für drei Monate war sie jetzt im Norden, wanderte bis zum Wendekreis. Schaute sich Europa an, Russland, die Vereinigten Staaten bis hinauf nach Kanada und Grönland. Einen Tag, einen längsten Tag, verweilte sie am Wendekreis. Zuwendung: uns. Jetzt ist sie wieder in der Mitte angekommen, kehrt sich zur anderen Seite. Verkürzt ihre Verweildauer in unseren Breiten. Gibt der Nacht mehr Raum. Es wird kühler werden. Wir kühlen aus. Stehen mit hochgeschlagenen Krägen unsere Mäntel in der Dunkelheit. Sehen unseren Atem vor uns in der Luft stehen. Wir sehen uns atmen. Sehen uns leben. Im frieren und atmen wird uns unser Leben bewusst. Hier im Dunkel, wo das Sonnenlicht nur als fahler Abklatsch am Himmel steht. Mond. Was im Sommer selbstverständlich schien, was leicht war, woran man nicht dachte, nicht erinnert wurde, kommt als Erkennen schwer zurück. Es ist Leben in uns. Dieses Leben muss gepflegt werden, muss umsorgt werden, muss geführt werden. Der Winter verlangt es. Der Winter zeigt mit dem Finger auf ES.

Auf das Leben.

Achte darauf.

Halte dich warm.

Atme.

Lebe.

Stefan B. Findeisl - warten auf das große wort

Werner Schlor - Das Märchen vom Wegetreter (Auszug)

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Camino: Bist du der Homunkel? (wartet) Ja sicher, das muss er sein. Heureka, ich hab den Homunkel gefunden! Den Homunkel! Den magischen Homunkel! Das wird mir der gute Minister gar fürstlich entlohnen! (kettet das Kind los. Das Kind rührt sich weiter nicht.) Jetzt bist du frei! Komm, wir wollen gehen! (wartet, versucht es hochzuziehen, das Kind rührt sich nicht, schaut ihn nur an) Hallo, liebes Kind, ich brauche deine Hülf. Ich brauch ein Herz und ich brauch ein Hirn. Nicht für mich natürlich, für unsren König, der ist nämlich krank. (wartet) Hm, recht gesprächig scheint mir das Kerlchen nicht zu sein. Ich bitt dich inständigst, ich brauch deine Hülf! (wartet) Also eins ist klar, wer eine Antwort möcht, der frag nicht den Homunkel. Was mach ich jetzt? Das gute Ding will sich nicht rühren. Lebt‘s denn überhaupt? Oder stell ich’s mir nur vor? (denkt nach) Also gut, dann tut’s mir leid. Ich tu’s für den König und sein Volk.

Camino zieht das goldene Schäuflein. Mit der spitzen Kante schneidet er dem Kind den Kopf auf und nimmt sein Hirn heraus. Es kostet ihn ein bisschen Mühe, weil das Schäuflein nicht so gut als wie ein Messer schneidet. Dann macht er den Kopf schön wieder zu. Danach schneidet er dem Kindlein noch die Brust auf, reißt ihm auch das Herz heraus und klebt ihm den Brustdeckel wieder zu. Herz und Hirn steckt er in die Tasche. Das Blut vom Schäufelchen wischt er schnell im Gras ein wenig ab.
Das Kind sitzt da als wie zuvor und schaut ihn nur traurig an.

Werner Schlor - warten auf das große wort