große städte III
meine erinnerungen an die große stadt verblassen
doch nicht der geruch nach staub
nach frischem brot und üppigen gärten
und den abgasen alter limousinen
mich zerreisst fast der blick auf die häuser
über hügel verstreut wie granatsplitter
alles strotzt vor dreck, aber es ist warm
und in den einkaufszentren spiegelt sich die sonne
wir wandeln, die köpfe im nacken
die glaswände der hochhäuser stürzen
über uns zusammen. vor uns das meer so dunkel
die stadt in unserem rücken glänzt
mich birgt die wärme der aprilnacht
die haschischgeschwängerte brise des meeres
das späte februarlied, das schmutzige katzen
durch stahlträgergestützte kriegsruinen schreien
eine frau sitzt am boden, daneben
zwei schlafende kinder, die gesichter
verdunkelt von staub und salzluft
ihre herkunft ist in den wirren des krieges
zu einem schimpfwort geworden
die nacht überzieht der flaum grüner mandeln
und in alhamra entkleiden sich die restaurants
tische gleiten zur seite, lampen werden gedimmt
schon schmiegen sich raucher an die nackten fassaden
und tanzen trinkend über klebrige böden
im gedämpften licht liegt noch der schwere geruch
nach fettigem essen und schweiß
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