Meine Eltern haben sich in einer Diskothek
kennengelernt und vielleicht haben sie
nicht recht verstanden, was der andere sagte
und immer nur genickt und dann war man
verheiratet und dann kam ein Haus und dann
kam der erste Tod und von den Eltern ist nur
noch einer übrig und das Haus ist immer
noch da, aber verheiratet ist niemand mehr,
selbst der Sohn hat sich scheiden lassen
und wenn ich es recht überlege, ist es schon
seltsam in der Steuererklärung geschieden
ankreuzen zu müssen und die Vergangenheit ist
wie ein Bagger, der Löcher in die Erinnerung
schaufelt und in den Löchern liegen die Skelette
von Leichen und keine der Leichen lässt sich
mehr identifizieren und manchmal liegt man
mit all seinen Sorgen wach und fragt sich,
wo man zuerst anfangen soll aufzuräumen,
denn bei all dem Kram, der zu erledigen ist,
gibt es immer irgendeinen Kram,
der dringender erledigt werden muss,
irgendwo muss man allerdings anfangen,
nichtsdestotrotz aufpassen,
dass der aufgeräumte Platz
nicht wieder unordentlich wird,
wenn man Dinge sortiert und auftürmt
und Stapel macht für Dinge, die bleiben,
für Dinge, die weggeschmissen werden,
für Dinge, bei denen man sich noch nicht
endgültig entschieden hat.
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