freiVERS | Nicola Quaß

Wolkenwelten Wahres nirgendwo, überall nur Trugbilder, von denen man nichts erwarten sollte. – E. M. Cioran, Der zersplitterte Fluch Wir schauten ihnen lange nach. Den Schattenscherben, die über…

freiTEXT | Antonia Kranebitter

Sommernachtstraum, C-Moll Wie man sich nur in ein so kurzes Kleid pressen konnte. Dann auch noch die Farbe, ein nahezu verwaschen wirkendes Lachsrosa. Ließ die vom Alkohol geröteten Wangen noch…

freiVERS | Ferenc Liebig

Meine Eltern haben sich in einer Diskothek kennengelernt und vielleicht haben sie nicht recht verstanden, was der andere sagte und immer nur genickt und dann war man verheiratet und dann kam ein Haus…

freiTEXT | Özden Gülcicek

Elisa Sie würde ihm ein Notizbuch kaufen, dachte sie, mit geschlossenen Augen, die Hände auf den Ohren der Tochter, die wie durch ein Wunder noch auf dem Bauch der Mutter weiterschlief. Das gleiche…

freiVERS | Helmut Blepp

Schwermütige Wanderungen Früher wussten wir wenn weiße Kühe auf den Weiden stehen dann haben wir Burgund erreicht Wir fraßen löffelweise Senf der in der Nase kitzelte und uns Tränen in die Augen…

freiTEXT | Philipp Sladkowski

Die Spende Als ich endlich bemerkte, dass mein Telefon schon seit einer Weile vibrierte, tropfte ich gerade mit einer Pipette flüssiges Industriechlor auf die Leinwand unter mir. Trotz der…

freiVERS | Marc Glund

falle mein blick geht in die tiefe.           atme schwer. befinde mich am abgrund einer felsbarriere.           wasser fällt dem blick voraus.                     zwei äste, knorrig,…

freiTEXT | Adnan Aydemir

Rauch, Erde und Erinnerung Dieser Text ist eine Rückkehr – nicht nur an einen Ort, sondern in eine Geschichte, die nie abgeschlossen war. Ich war drei Jahre alt, als mein Vater mich aus einem…

freiVERS | turtle kollektiv

| efeuschwestern | eine einladung: pack das auto voll wilder frauen, das kleine beil, den spaten, fahrt zu seinem zerfallenden haus, seinem wuchernden-nachbarn-dorn-im-auge-wald, denn dort neigen sie…

freiTEXT | Lisa Rehm

Blau Es fing an einem Dienstag an, vielleicht auch Montag, da war es nur ein Schimmer, ein Schatten, aber Dienstag war es dann ein Fleck, so groß wie ein Zwei-Euro-Stück vielleicht. Jeden Tag wurde…

freiVERS | Simone Steger

vulven wie fliegen Schopenhauer liegt auf dem fensterbrett ich habe die fliege mit ihm erschlagen der eiweißbrei klebt zur hälfte an der ästhetik zur hälfte an der scheibe jetzt schreibe ich nackt…

freiTEXT | Lena Kothgasser-Haider

überlieben Wenn sich zwei lieben dann stets über ein Drittes. Ein Kind oder einen Hund oder ein Haus oder eine Espressomaschine. Wenn sich zwei lieben, müssen sie schließlich irgendwohin mit ihrer…