freiVERS | Max Rauser

Das sanfte Klicken, mit dem sich Bilder überlagern, (Ich höre es im Kopf) übereinander einrasten. Zum Beispiel: Wie wir hintereinanderher durch den Wald laufen. Wir sind zu diesem Zeitpunkt sicher…

freiTEXT | Sylvia Hubele

Der Einzelhändler Jetzt weiß ich, warum der Einzelhändler so heißt: Nicht etwa, weil er mit einzelnen Sachen handelt, mit Glühbirnen und Schokoriegeln, mit Hämmern und Streichhölzern. Nein, er steht…

freiVERS | Caroline Danneil

im liegen im bett zum beispiel sind schwäne in zimmerdecke eingegraben & ein fleck wär ein stück herausgefall’nes brot; schimmelgrau erinnerung 1 der ruf des eichelhähers, sein kreischen, wie das…

freiTEXT | Markus Anton

daphne oder alle herrscher sterbender welten ne bessere frau nen besseren job ein schnelleres motorrad längere kürzere hellere dunklere haare besser leben nachhaltiger leben und scheiß auf…

freiVERS | Stéphanie Divaret

Die Liebenden Abends standen sie, im Winter, achteten auf Gleichmaß in den Atemstößen, setzten den Dolch nur etwas tiefer. Mit jedem Intervall, das sich verkürzte, stieg eine Spannung in den Sehnen,…

freiTEXT | Magdalena Baran

Nichts als Hitzefrei Aufwachen. Es kommt von innen. Du machst die Augen zu. Noch ein bisschen. Es wird noch gehen. Nein, doch nicht. Du musst es angehen. Jetzt. Augen öffnen. Sonnenstrahlen durch…

freiVERS | Raoul Eisele

ein Fleischerleben unter all dem verwesenden Ruhm grub er sich aus der dunklen Bauernerde hin zum Leben: verwurzelt, wuchs er Blütentrieb um Blütentrieb heran neben Kälbern auf der Weide die um ihn…

freiTEXT | Pascal Andernacht

Nebelleuchten Jeden Tag die selbe Leier. Draußen ziehen die Züge vorbei, gelber Laternenschein, die Fenster von Eis beschlagen und von dem, was ich ihnen nonchalant entgegenblase, es zieht und der…

freiVERS | Luca Manuel Kieser

aus dem Heu im Mai wirds erste Mal geheut sie häufens Heu zu Haufen auf komm lass uns Vögel also in die Wiesen lass uns den jungen Schreckens Heu stibitzen die sitzen eh darin und springen raus…

freiTEXT | Marlene Gölz

Arbeitsdienst Aspern/NÖ, 1942 Ich war 18. Eine trostlose Gegend. Rundherum: gar nichts. Das Lager, ok, da muss ich durch, dachte ich. Die Leiterin hat  zu mir gesagt: Du, da ist ein Ehepaar, Bauern,…

freiVERS | Andreas Hippert

Analogie Eingerollt die Ringelnatter reglos in der Stille des Sandsteinbruchs. Vibrierend die Mücke im Genick den Bohrer ins Schuppensediment treibend. Aufsteigend hinter der Natter die Abbruchkante…

freiTEXT | Markus Grundtner

Das eine, das andere und das seltsame Dazwischen Das eine, was ich in meinem Studium der Rechtswissenschaften gelernt habe, ist, dass es keinerlei Sinn hat, Vorlesungen zu besuchen. Zum Beweis dafür…