freiVERS | Raoul Eisele

ein Fleischerleben unter all dem verwesenden Ruhm grub er sich aus der dunklen Bauernerde hin zum Leben: verwurzelt, wuchs er Blütentrieb um Blütentrieb heran neben Kälbern auf der Weide die um ihn…

freiTEXT | Pascal Andernacht

Nebelleuchten Jeden Tag die selbe Leier. Draußen ziehen die Züge vorbei, gelber Laternenschein, die Fenster von Eis beschlagen und von dem, was ich ihnen nonchalant entgegenblase, es zieht und der…

freiVERS | Luca Manuel Kieser

aus dem Heu im Mai wirds erste Mal geheut sie häufens Heu zu Haufen auf komm lass uns Vögel also in die Wiesen lass uns den jungen Schreckens Heu stibitzen die sitzen eh darin und springen raus…

freiTEXT | Marlene Gölz

Arbeitsdienst Aspern/NÖ, 1942 Ich war 18. Eine trostlose Gegend. Rundherum: gar nichts. Das Lager, ok, da muss ich durch, dachte ich. Die Leiterin hat  zu mir gesagt: Du, da ist ein Ehepaar, Bauern,…

freiVERS | Andreas Hippert

Analogie Eingerollt die Ringelnatter reglos in der Stille des Sandsteinbruchs. Vibrierend die Mücke im Genick den Bohrer ins Schuppensediment treibend. Aufsteigend hinter der Natter die Abbruchkante…

freiTEXT | Markus Grundtner

Das eine, das andere und das seltsame Dazwischen Das eine, was ich in meinem Studium der Rechtswissenschaften gelernt habe, ist, dass es keinerlei Sinn hat, Vorlesungen zu besuchen. Zum Beweis dafür…

freiVERS | Manon Hopf

UNTER UNSEREN Atem ein Ziehen, wir hechten mit den Bächen ins Moor dort asten wir unter den Bäumen liegen unsere Beine wie Wurzeln nach einem Sturm aus den Röcken gehoben heben wir den Schritt in die…

freiTEXT | Mario Huber

5. Branco, der Beschützer Als Branco klein war, wuchsen Katzen auf den Bäumen. Es gab kleine Bäume mit roten und gefleckten Katzen, es gab große Bäume mit länglichen, dunkelgrünen Blättern, die…

freiVERS | Bianca Boer

Vaste grond Ik zal voor jou de plattegrond van het huis borduren, mama, in zwarte lijnen. Erover met gekleurde draad een lijsterbes, goudsbloemen, je forsythia. Laten we niets vergeten, ik schrijf…

freiTEXT | Jürgen Flenker

Inseln Niemand ist eine Körperschaft, niemand kann aus seiner amtlichen Haut. Die meisten halten gerade in turbulenten Zeiten an ihrem Inseldasein fest. Splendid isolation. Umso wichtiger ist es, den…

freiVERS | Fabian Lenthe

Hier muss es nicht enden Sagte sie Und damit hatte sie Recht Seit Jahren hatte ich keinen wahreren Satz gehört Du könntest noch etwas bleiben Fiel ihr ein Oder wir verschwinden zusammen Entgegnete…

freiTEXT | Stefan Reiser

St. Marienkirchen Wie es mir denn gehe, was ich denn so treibe, man höre und sehe ja seit Jahren nichts mehr von mir, stürzte sie bei der Hochzeit eines gemeinsamen Freundes auf mich zu. Vorigen…