freiVERS | Anna Draxl

gehöft 1 du hast einen schädel im garten liegen sehen und konntest es nicht lassen du hast die finger durch die augenhöhlen gesteckt die risse an der kühlen oberfläche gefühlt ihn schließlich…

freiTEXT | Lilith Tiefenbacher

Bahnhöfe Bahnhöfe, sagt man, seien Sackgassen, die so tun, als seien sie Plattformen. Am Bahnhof von Utrecht ziehe ich eine Nummer, im Schatten eines schrill leuchtenden Automaten, der beziehungslos…

freiTEXT | Anna-Pia Jordan-Bertinelli

Ganz Normal Ich habe eine Kugel im Kopf. Wie genau sie dorthin gekommen ist, weiß ich nicht mehr, es war diese komische Zeit, in der Kinder auf offener Straße erstochen wurden und auch Schießereien…

freiTEXT | Martin Peichl

Gespenster zählen (erste Postkarte) Das Unheimliche ist die Wiederkehr des Vertrauten in einer neuen Verkleidung. Jedes Laken verwandelt sich, wenn lange genug nicht gewaschen, in ein Gespenst. Das…

freiVERS | Syna Saïs

mein weltenbrand in meine verlassenheit traut sich keiner hinein / noch nicht einmal zu sehen / und in mein gedicht traut sich nur ganz selten mal ein verirrter leser denn dort hagelt es immer……

freiTEXT | Ferenc Liebig

abc am morgen empfängt sie patient a, einen depressiven schriftsteller, der durch eine recherche über viren auf öffentlichen raststätten zum hypochonder geworden ist und nun von angstzuständen…

freiVERS | Florian Kranz

Du hast ein Anagrammgesicht (Anagramm-Hommage an Unica Zürns „Das ist ein Anagrammgedicht“)   Sein Anagrammgedicht haust im Auge des Grams. Hat nicht an mir das Schema genagt? In Haut hat sein…

freiTEXT | Daniel Vitecek

Polemiken gegen Tiere Vorrede Was wir den Tieren vorwerfen ist, dass sie uns gegenüber, ihre Eigenständigkeit nicht bewahrt haben. Wir betrachten sie und sie verwandeln sich in uns. Oder wir…

freiVERS | Nora Hofmann

im naturhistorischen museum . und der saal 4 legt deine finger in falten du knüllst an sammelst ein schmiegst dich an krümmst dich ein (bitte nicht am glas aufstützen) wühlst dich ein schmiegst dich…

freiTEXT | Nico Haingärtner

Käfig Das ist jetzt nicht mehr mein Hund, nicht mehr mein Freund, das ist ein Zerrbild. Es fing an, als er nicht mehr schlafen wollte, als er stundenlang durch die Wohnung tappte, als er so lange im…

freiVERS | Alexandra Regiert

Pink Ladies nun steht dir das meer offen ein unendlicher ozean betauchbar an der oberfläche lichtreflektierend wie frischhaltefolie perlmuttschimmernd muschelrauschend deephouse tanzende…

freiTEXT | Carolina Reichl

Herr Pechmann Ich beginne und beende meine Stunden auf die Minute genau. Nur mit Herrn Pechmann überziehe ich immer. Er hat einen schönen Mund und eine angenehme, tiefe Stimme, der man gerne zuhört.…