freiVERS | Alexandra Regiert

Geranien hegen im Auge des Sturms Die Welt war ein lindgrüner Acker. Mehr Farbe als Frucht. Auf ihm der Weizen mehr Licht als Korn. Geschlossene Geranienblüten sonnten sich in seinem Schatten. Über…

POEDU – Text des Monats Jänner

E EL L EF E AN F T A N T In Zeilen kann man ein Wort trennen Eine Zeile ist ein Puzzle. Regenbogenfarben Eine Zeile ist ein Bild in Strichen. Fairuz (6 Jahre alt) . Poesie von Kindern für Kinder.…

freiTEXT | Sonja Kettenring

Grün ist die Hoffnung Sie steht in der Einfahrt. Eingehüllt in die dicke Jacke mit der Fellmütze, den großen Koffer neben sich, sieht sie die Straße hinunter. Als warte sie auf jemanden. Was hat sie…

freiVERS | Carlotta Frei

Überstand Die Mühseligkeit des Arbeitenden spiegelt sich im Eifer seiner Vernunft, welche an Wänden klebt wie Sprüche übers Leben, an die man sich gern erinnert, damit alles nicht so ernst erscheint…

freiTEXT | Simon Bethge

Von dem Raum Von dem Raum erzählt sie, klein und weiß, und vollkommen schattenfrei, sensorische Deprivation, ja, so nenne man das, wie in diesen Meditationstanks oder den Folterkellern des Guo’anbu,…

freiVERS | Natalie Campbell

Zitronenbaumplantagen Meine Lippen sind maulbeerblau, unter den Nägeln klebt glitschiger Schneckenfilm, von Pedralva weht Wüstenwind lehmfarbene Sandpartikel über sattgelbe Stoppelfelder, gespickt…

freiTEXT | Ludwig Matheis

Rot Er saß, wie immer, wenn es möglich war, an einem Fensterplatz entgegen der Fahrtrichtung und blickte in die Umgebung, welche von der Bahn bereits passiert worden war. Was an ihm vorbeizog war in…

POEDU – Text des Monats Dezember

Liebe bricht von unseren Herzen Eine tolle Freundschaft beginnen wir Ich bin artig Ich liebe die Sachen, die ich sehe Bitte sag deine Meinungen Glück kannst du dir selber machen Ich passe auf dich…

24 | Verena Dolovai

Fischköpfe rollen nicht Tagwache 6.00. Den Sekt und das Bier einkühlen. Die Kartoffeln aufsetzen. Kaffee im Stehen. Keine Zeit verlieren. Zeit zum Fischmarkt zu fahren. Sich um kaltes Wasser scharen.…

23 | Martin Peichl

wenn jemand stirbt, soll man alle Spiegel verhängen, damit sein Geist nicht gefangen wird im Glas, dann bleiben sämtliche Uhren im Haus stehen, die Zeiger und die Ziffern zucken, schweigen, man soll…

22 | Gundula Schiffer

Der Sonnenmann Unten auf dem Trottoir stand ein Mann in der als Lenz getarnten Wintersonne. verstand, dies ist sein Kairos: genieße, vielleicht schon morgen bist du traurig und Regen befällt dich.…

21 | Sigune Schnabel

Hausordnung Du sollst die Treppe nicht anfassen mit deinen schmutzigen Schuhen, Gedanken, Kopfstein- pflastern über den Wunden. Die Stunden der Nacht ausdehnen, aber dich nicht daran anlehnen in…