freiVERS | Johanna Schmidt

Berührungen. körper Ich wälze mich in Gefieder fremder Körper, halte mich warm in Räumen, die nie meine gewesen sind. Ich reibe mich an der Bettkante, ziehe mir einen Splitter ein, blute ins weiße…

freiTEXT | Cornelia Koepsell

Grenzdebil im Literaturbetrieb   Früher war alles besser. Das war ein Standardsatz, so eine Art Glaubensbekenntnis in meiner Kindheit, über den ich mich immer sehr ärgerte. Ich war so richtig sauer…

freiVERS | Miriam Tag

prien, fuchs erst schleiche ich mit großem abstand an dir vorbei, mager und wachsam, mein struppiger pelz aufgerissen von verwegenen streifzügen. die erde duckt sich unter mir. in meinem fell hängen…

Poedu – Text des Monats Jänner

Der alte Tag geht nun zu End, jetzt wird geschlafen und gepennt, schlafe bis zum Morgengrauen, schlafe bis die Blätter tauen, schlafe, schlafe, schlafe fein, schlafe liebes Kindelein.   Sonja (8…

freiTEXT | Jimmy Brainless

Familienplanung   Seitdem Saskias Periode ausgesetzt hat, pinkelt sie jeden Morgen in einen Becher. Ich ziehe den Urin dann in einer Spritze auf und injiziere ihn unseren Fröschen in den dorsalen…

freiVERS | Anna Arning

dämmerung da sitzt einer bei seinem zelt am deich der wartet auf den untergang der sonne die wohlbehausten düssel städter schlendern oben radeln, rennen im letzten licht allein, zu zweit, in gruppen…

freiTEXT | Margit Marenich

„Ein doppelter Haselnuss-Hagel-Macchiato mit extra viel Drama“ Sie rennt ins Gewitter raus und du denkst nur: „Verdammt! Wie ist das nur so schnell so schief gegangen?“. Gerade mit ihr. „Warte…

freiVERS | Alexander Rall

Rheinlandschaft im September Vor der Staffelei Der leicht fallende Wind an einem kalten Septembertag zeigt die Straßengesichter in seinem bläßlichen Blau wie Papier auch die versprühten Farben Eine…

freiTEXT | Leonie Groihofer

Leben geben   Sie versucht, sich noch länger unter Wasser zu halten, den Druck unzähliger Kubikmeter als warme Masse auf ihrem Körper zu spüren, aber sie kennt den Auftrieb, er hat schon eingesetzt,…

POEDU – Text des Monats Dezember

Türchen öffne dich Meine Süßigkeit ist eine Maus Die Maus isst Zucker Und wird zum Pfau Der Pfau geht durch die Straße Auch Die Frau Sagt Schau Ein Pfau Die Männer rufen an im Zoo Die Wärter kommen…

24 | Sigune Schnabel

Erziehung ist wie ziehen Von Gott sollst du kein Bild machen. Die Linsen verzerren seine Kanten, verfärben die Schattierung im Gesicht. Mutter steht mit wehendem Handtuch auf der Treppe. Ich weiß von…

23 | Christoph Laible

Weihnachten ist nicht später Karl ist ganz aufgeregt, als Papa die Haustür öffnet. „Papa!“, ruft Karl. „Später“, sagt Papa. Er schleppt die Einkaufsackerl ins Haus. Auf der Stirn eine tiefe Falte.…