05 | Martin Peichl

Alte Landkarten wenn die U-Bahn einfährt und unser Leben zu einem Windkanal wird und bellt: über den Zaun springt fast ein Wald aus gelben Haltegriffen, der orange Mann mit dem orangen Kind, die…

04 | Nina Radzwill

Im Spiegel des Feuers Zerrissen. Hin- und hergerissen. Aus Gedanken gerissen hast du mich. Als du auf einmal vor mir standest mit nassen Klamotten, dreckigen Schuhen und müden Augen. Wie nach einer…

03 | Barbara Rieger

In Vent 30m unter dem Schnee!, hat die Wirtin am Morgen beim Frühstück gesagt und dass sie nicht verstehe, was die Leute abseits der Piste suchen. 30cm reichen, um zu sterben, hat meine Mutter später…

02 | Rebecca Heinrich

So ist es Sie zu verlassen. Also: zu gehen, den Schlüssel in der Tür umzudrehen und in den Garten hinauszutreten. Nicht nur in den Garten. Darüber hinaus. Auf die Straße, unter die Straßenlaternen,…

01 | Sebastian Franz

Im Karzer Prinz Harrie war mal eine große Nummer. Eintausendundachtzig. So viele Pils hat das Aas beim Paule angeschrieben. Das sind fünfzehn am Tag. Das sind sechs Tage die Woche. Nur Montag, da…

freiTEXT | Anne Büttner

Buttermenschen „Entschuldige, ich muss Dir das einfach sagen: Du hast unglaublich schöne Flanken! Wirklich. Fiel mir gleich auf, als Du zugestiegen bist.“ Adjektivlos schaut sie mich an. „Das hörst…

freiVERS | Elke Cremer

transparenz an der grenze der haut verweilen im schattenblick rasten haarfeine äste adern und verzweigungen in pupillen gespiegelt die rasterfahndung ein iris-scan glaskörper voller steine draußen…

freiTEXT | Lisa Gollub

Als die Leiter fiel Der erste Fall von der Leiter geschah Mitte August. Niemand hätte es vorhersehen können außer die Person, die fiel, und das war der Vater. Er stieg mit klobigen Straßenschuhen auf…

freiVERS | Cornel Köppel

ausufern gletscherwasser getrunken auf travertin gebissen den pfad am falschen ende aufgesäumt das geröll rund gewaschen von wo das alles herkommt dieses geschiebe ohne jahrringe das tosen des…

freiTEXT | Matthias Becher

Styx Auf der Rolltreppe befinden sich erheblich zu viele Menschen, um die Fahrt nicht als direkten Eingriff in Leas Privatsphäre zu werten. Die von Körperausdünstungen und sich auflösenden…

freiVERS | Martin Peichl

Orpheus in Tschernobyl /1/ an sonnigen Tagen, bei ausgeschaltetem Licht sind im Reaktor von oben herabfallende Lichtsäulen zu sehen der Sarkophag: ein Leichnam, der noch atmet Menschen, die sich in…

freiTEXT | Marcus Jensen

Buch Fes Es hatte nun die Welt einerlei Zunge. Das Tor auf dem Schirm aber stand wüst und leer. Miguel Varoum ließ Mauszeiger und Buchstabenbrett sprechen, und das Volk Fes antwortete und verkündete…