freiTEXT Spezial | Texte der Arbeit

freiTEXT_Illus6-7

Zusammenarbeit

Hiaz?

Na!

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Hiaz?

Na, no ned!

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Hiaz?

Z’spot!

Gerhard Steinlechner


freiTEXTe der Arbeit zum Tag der Arbeit. Eine offene Zusammenstellung von Autorinnen und Autoren des mosaik.

Großvater

Seine Worte verhallten
auf dem Amboss
unter
den Hammerschlägen

er legte
die Hand ins Feuer
für mich

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Renate Katzer


 

fortschritt

noch einmal wende ich
das blatt mich um
und winke (unleserlich)
schon im gehen
ist die nähe mir (versperrt)
zu weit entfernt inzwischen
nah ist nur die arbeit
die mal mühe bedeutete
heute heißt sie fortschritt
weil sie dich wegbringt
von dir (auch eine bewegung
immerhin)
immer hin

Matthias Dietrich


Gedicht gegen die Arbeit

Der Seemann wird heimgerufen.
Der Fensterputzer ist weg vom Fenster.
Der Schaffner liegt in den letzten Zügen.
Dem Heizer erlischt der Lebensfunke.

Der Schmied springt über die Klinge.
Der Autohändler kommt unter die Räder.
Der Kfz-Mechaniker schmiert ab.
Der Rennfahrer kratzt die Kurve.

Der Ornithologe wird erdrosselt.
Der Gärtner beißt ins Gras.
Der Förster geht in die ewigen Jagdgründe ein.
Der Gemüsehändler schaut sich die Radieschen von unten an.

Weiterlesen in mosaik12 (S. 5)

Clemens Schittko


Zu wos?

Da Astronaut hod sein Steiaknüppi gaunz fest in di Händt koidn. Nem eam schwebt di Termosfloschn mitn Kaffee vorbei, in da Schwerelosigkeit. Ea greift sis und trinkt amoi owa, dass a ned schlofat wiad, do, in da Finstan, mittn im gaunz großn Nix. Di Stean, di a siagt, san olle so weit weg. Und di Wöd, wo a gschart is, vor sovü Joahr, is schau sowos vo laung hinta eam.

Wia laung a do hiazt schau in dera Raumkapsl sitzt? Ea üwalegt. Des miassn sicha schau fünf Joahr sei, mindestns. Und ea wiad nu fost zehn Joahr so weidafliagn, bis a zu dem Palnetn kimmt, wos na higschickt haum. Daun soid a dort den Planetn fünf Joahr erforschn, und daun fliagt a wieda hoam. Wieda fuchzen Joahr in da Raumkapsl, bis a wieda zruck kimmt.

Daun wird a fünfadreißg Joahr im Wödraum gwesn sei. Fünfadreißg Joahr! A hoiwats Lebm. Netta in dera Raumkapsl. In dem Blechküwi.

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Andreas Haider


Buttergeheimnis

Buttergeheimnis

Peter.W.


 

YOLO

Eine Kampfansage an die Hoffnung

Das Wetter ist fein und die Vögel singen,
und ich lese bei Heidegger, dass das Leben keinen Sinn hat.

Und mit mäßigem Erstaunen stelle ich fest, dass mich die Idee eines sinnlosen Subjekts in einer sinnlosen Welt unglaublich glücklich macht. Glücklicher als mich meine Hoffnungen und Träume jemals machen könnten.

Existenzialistischen„Pessimismus“ unter der Sonne zu lesen und sich am Leben zu erfreuen wirkt paradox, ist es aber überhaupt nicht. Denn, wenn weder ich, noch meine Zeit, noch meine Gedanken sinnhaft sind, mein Leben also nur aus einer Aneinanderreihung sinnloser (im philosophischen Sinne – nicht im emotional-persönlichen Sinne) Momente besteht, kann ich, egal ob traurig oder glücklich, jeden Moment so nehmen wie er kommt, ohne vom Nächsten mehr zu erwarten. Mehr Sinn, mehr Freude, mehr Glück, mehr Lachen, mehr Geld – was dieses Mehr dann auch immer sein mag spielt eigentlich keine Rolle.
Dieser Text wird eine Kampfansage an die Hoffnung, wobei ich mir meiner Verliererposition durchaus bewusst bin. Nichtsdestotrotz muss ich ihn schreiben, weil mir viel daran liegt – offensichtlich.

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Laura Kokoshka


Ansuchen um einen Kollektivvertrag

Sehr geehrter Arbeitgeber,

Mit mittelmäßigen Interesse las ich Ihr Inserat in der Zeitung, die ich eigentlich nie lese und nur zwecks des Kinoprogramms und aus Imagegründen kaufe, in welcher Sie eine Stelle als Marketing Assistentin ausgeschrieben haben. Ich bewerbe mich somit, weil mir das AMS gesagt hat, man müsse sich auch auf Stellen beziehen, die man inhaltlich ganzheitlich ablehnt (heimlich). Von Marketing verstehe ich eigentlich nichts, besonders nicht, was der Unterschied zwischen Marketing und PR sein soll und eine Assistenz riecht für mich sowieso auch ein bisschen nach Sekretärin, eine Position für die ich mich hinter vorgehaltener Hand überqualifiziert fühle. Aber man will ja nicht so sein.

Weiterlesen in mosaik11 (S. 32)

Sarah Eder

 

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